Seit Wochen – oder waren es sogar Monate – brüte ich jetzt schon über meiner aktuellen Einsendeaufgabe (ESA) fürs Fernstudium: Einen 8-seitigen Prospekt über meine Heimatregion, den Spessart. Informationen habe ich mittlerweile so viele, dass ich mich unmöglich entscheiden kann, welche ich nun als Inhalte aufnehmen soll und welche nicht. Auch hat mir die ganze Zeit noch ein durchgängiger Slogan und ein Konzept gefehlt. Einen Slogan habe ich mittlerweile gefunden – das Wort Spessart entstand aus dem Wortpaar Spechts-Hard, also Spechts Wald. Somit habe ich als durchgängigen Werbeslogan gewählt: Der Specht hats!

Bei jedem Seiten-Thema kann ich also ein Frage-Antwort-Spielchen in folgender Art betreiben: Anspruchsvolle Mountainbike Strecken? Der Specht hats! Romantische Schlösser und verlassene Burgen? Der Specht hats! usw… Ich muss zugeben, dass ich bei bei der ganzen Prospekt-Aufgabe auch noch einen Hintergedanken habe. Mir ist nämlich aufgefallen, dass zu meiner Region eigentlich kein vernünftiger Prospekt existiert. Also nehme ich mir ein bisschen mehr Zeit für dieses Projekt – und wer weiß, vielleicht lasse ich eine Mini-Auflage meines Spessart-Prospektes drucken und probehalber in den verschiedenen Gemeindeverwaltungen auslegen.

Das einzige Problem bei dieser ganzen Arbeit: Mein ultimativer Spessart-Prospekt wird bestimmt 30 Seiten umfassen, wobei mein ESA-Prospekt nur maximal 8 Seiten stark sein darf. Interessant ist übrigens auch, dass ich bisher der Meinung war mich sehr gut in meiner Region auszukennen. Mittlerweile würde ich meine Kenntnisse allerdings bestenfalls als rudimentär bezeichnen. Diese neue Ortskenntnis kann ich gerade jetzt in den bayerischen Schulferien sehr gut gebrauchen und meine Familie kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Keinem von uns war bekannt, dass es ganz in der Nähe zum Beispiel einen Klettergarten, ein Dunkelrestaurant oder ein Kindermuseum gibt.

In der Ferienzeit ist ein Fernstudium schon extrem stressig, da ich aber weiß dass es spätestens im November sehr viel ruhiger werden wird, setze ich mich nicht ganz so arg unter Druck mit der Lernerei. Momentan ist beruflich sehr viel zu tun, die Kinder wollen jeden Tag ein bisschen Programm haben und meine Frau macht mich ständig auf Reparaturen in Haus und Hof aufmerksam die ich angeblich schon Jahre vor mir her schiebe. So kam es beispielsweise, dass ich heute – am helllichten Sonntag in einem erzkatholischen Dörfchen – unsere Hausnummer an der Front unseres Hauses (mit der Schlagbohrmaschine) angebracht habe.

An dieser Hausnummer habe ich den kompletten Samstag gebastelt. Denn die Zahlen mussten aus einem 250 Jahre alten Eichenholz-Firstbalken herausgearbeitet werden. Das Holz war hart wie Glas und stammte tatsächlich von der Scheune meiner Ahnen. Jetzt prangt das absolute Unikat an unserem Eingang und eine Hausnummer dieser Art ist mit Sicherheit im Umkreis von 200km nicht noch einmal zu finden. Tsja, was soll ich sagen – 350 Jahre altes Eichenholz: Der Specht hats!

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