Die Woche im Interview: Martin Röttgerding, Experte für SEM und seit sechs Jahren als Head of SEM bei der Internet-Marketing-Agentur Bloofusion tätig.

Als wir das erste Mal vor Jahren in einer Gruppen von Freunden über SEM sprachen, preschte eine gute Bekannte von mir selbstbewusst vor und gab, sich ihres Wissens sicher, eine interessante Begriffserklärung: „SEM ist eine bestimmte Glaubensströmung des Buddhismus.“

Zugegeben, und wie diese Bekannte selbst später mehrmals betonte, war hier wohl ein „Verhörer“ schuld an dieser sehr interessanten Interpretation des Begriffs SEM, trotzdem bedarf es offensichtlich noch einer genaueren Erklärung. Der Job des SEM-Experten gehört schließlich zu den erfolgreichen Berufen im Web 2.0, die eine vielversprechende und aussichtsreiche Zukunft bieten.

Mit Martin Röttgerding haben wir diese Woche einen versierten Fachmann für den Bereich SEM bei uns im Interview, der uns nicht nur über die Bedeutung vom SEM aufklären wird, sondern auch Einblick in seinen Arbeitsalltag als SEM-Experte gewährt.

 

Frage 1: Was macht eigentlich ein SEM-Experte?

SEM steht für Suchmaschinenmarketing (Search Engine Marketing) und bedeutet, dass man Anzeigen bei Suchmaschinen platziert, um Besucher auf bestimmte Websites zu locken. Wenn also ein Shop für Laufschuhe Kunden gewinnen möchte, kann er beispielsweise für den Suchbegriff „Laufschuhe“ Werbung bei Google schalten. Wenn dann jemand das Wort „Laufschuhe“ bei Google eingibt, bekommt er diese Werbung zusammen mit den anderen Suchergebnissen zu sehen. Klickt der Nutzer darauf, landet er im Shop und kauft dort im besten Fall auch ein.

Die Herausforderung besteht beim Suchmaschinenmarketing vor allem in der Komplexität. Auf der einen Seite gibt es eine praktisch unendliche Anzahl von Suchbegriffen, für die man Werbung schalten kann. Bleiben wir bei den Laufschuhen: Die werden in Verbindung mit zig verschiedenen Marken, Größen und anderen Eigenschaften gesucht. Je besser man Kampagnen daran anpasst, desto erfolgreicher laufen diese.

Auf der anderen Seite hat man jede Menge Statistiken zu Klicks, Kosten und auch Käufen – denn beim Suchmaschinenmarketing wird auch gemessen, ob die Werbung am Ende erfolgreich war. Indem man diese ganzen Statistiken analysiert, lässt sich herausfinden, wo noch Optimierungsbedarf besteht und wie man das Budget am besten einsetzen sollte.

Frage 2: Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Typischerweise habe ich immer ein paar Excel-Tabellen offen, da ich ständig Statistiken durchgehe, um Muster zu finden oder neue Strategien auszutüfteln. Überhaupt probiere ich hin und wieder ganz gerne neue Dinge aus, was auch schon mal bedeutet, dass ich mich ans Programmieren gebe.

Außerdem lese ich viel, was so in der Branche geschrieben wird, insbesondere in Blogs und bei Twitter. Auch wenn sich das Geschäft im Kern schon lange nicht mehr geändert hat, gibt es doch ständig Neuerungen von Google oder anderweitig neue Entwicklungen, so dass es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Auch schreibe ich selbst ab und zu Artikel und Blogbeiträge zum Thema.

Und natürlich stehe ich ständig mit Kunden im Kontakt, um Strategien abzustimmen, Ergebnisse zu berichten und auch schon mal als Berater.

Frage 3: Wie bist du dazu gekommen, als SEM-Experte zu arbeiten?

Angefangen habe ich während des Studiums als Praktikant bei einer Agentur für Suchmaschinenoptimierung und -Marketing. Nach dem Praktikum habe ich dort nebenbei gearbeitet und nach dem Studium dann in Vollzeit. Dabei gab es nie eine feste Jobbeschreibung – was ich heute mache, hat sich mehr oder weniger von selbst ergeben.

Frage 4: Was muss man deiner Meinung nach können, um als SEM-Experte zu arbeiten?

Es kommt ein wenig darauf an, wie tief man einsteigen möchte. Das fängt an bei Computer- und Deutschkenntnissen, wenn man Kampagnen aufbauen möchte. Ein wenig Kreativität hilft beim Gestalten von Textanzeigen, aber die Grenzen sind hier sicher zu eng gesetzt als dass man sich dabei austoben könnte.

Darüber hinaus geht es dann vor allem in Richtung Excel. Ich sage mal, vor Zahlen und Tabellen sollte man auf jeden Fall keine Angst haben. Kenntnisse in Statistik sind hilfreich, ebenso die Fähigkeit, sich für Auswertungen mal ein kleines Tool selber programmieren zu können. Vor allem aber muss man bereit sein, ständig dazu zu lernen

Frage 5: Wo siehst du die Zukunft der Arbeit als SEM-Experte?

Ich glaube, in puncto Zukunftssicherheit ist diese Arbeit sicher ganz vorne dabei. Suchmaschinen sind und bleiben ein extrem attraktives Werbeumfeld und die Nachfrage wird noch eine Weile steigen. Gleichzeitig wird die ganze Sache auch immer komplexer, so dass der Wert des Expertenwissens ebenfalls steigt.

Dabei ist man in diesem Umfeld nicht zwangsläufig auf das Thema Suchmaschinenmarketing festgelegt: Die gleichen Fähigkeiten sind auch in vielen anderen Bereichen gefragt.

Frage 6: Was hältst Du von der Möglichkeit ein Fernstudium oder eine Weiterbildung im Bereich des SEM zu machen?

Ich glaube, ein klassisches Fernstudium oder eine Weiterbildung würde kaum funktionieren, denn dabei sammelt man eben keine Erfahrung. Natürlich käme man mit den Grundlagen schon ein Stück weit, aber danach würde ich eher ein Praktikum empfehlen, wenn man mal in den Bereich hinein schnuppern möchte.

Interessant ist das Thema allerdings nicht nur für Menschen, die in diesem Bereich arbeiten möchten: Viele Unternehmen greifen auf Suchmaschinenmarketing zurück, wobei oftmals Agenturen zum Einsatz kommen. Ein grundlegendes Verständnis von diesem Thema ist da natürlich hilfreich.

Hilfreiches zum Schluss:

Für diejenigen,  die sich mit Thema SEM  noch weiter beschäftigen , bzw. erste Schritte in den Bereich wagen möchten,  haben wir noch ein paar interessante Adressen von Seminar- und Fortbildungsanbietern  zusammengestellt.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenmarketing (SEM) für Nichttechniker (eMBIS GmbH)

Google AdWords Seminar (123WATT Onlinemarketing, Seminare & Consulting)

Google AdWords und Analytics Schulungen  (Web Business Academy)

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