Als  vierten Interviewpartner unserer neuen Serie „Berufe mit Zukunft“ begrüßen wir Maik Bruns,  Experte für den Bereich Social Media und seit zwei Jahren für die Internet-Marketing-Agentur Bloofusion tätig.

Facebook, Twitter oder auch Xing sind in aller Munde – eigentlich vergeht kein Tag, an dem es nicht neuen Nachrichten über, von und manchmal auch gegen soziale Netzwerke gibt. Doch gerade für Unternehmen stellt das Web 2.0 mit seinen schier unendlichen Möglichkeiten der Eigenpräsentation ein willkommene Plattform dar. Dafür werden mittlerweile nicht nur von großen und namhaften Firmen sogenannte Social-Media-Experten gesucht, die das Unternehmen über solche Kanäle vermarkten.

Doch was macht so ein Social-Media-Experte überhaupt und vor allem wie wird man zu einem solchen Experten? Um diese spannenden Fragen einmal genau nachzugehen, haben wir uns mit Maik Bruns einen echten Fachmann des Social Media für unser heutiges Interview eingeladen.

 

Frage 1: Was macht eigentlich ein Social-Media-Experte?

Da ist es wie so oft im Leben: Es kommt darauf an. In dem Umfeld gibt es eine große Spannweite und die reicht von beratender Tätigkeit bis zur Durchführung verschiedener Maßnahmen. Im Wesentlichen berate ich unsere Kunden, wenn es um Grundsatzentscheidungen geht. Also wenn beispielsweise die Entscheidung ansteht, ob sich das Unternehmen eine Facebook Fanpage anlegt oder einen Twitter-Account oder einen Unternehmensblog oder oder oder. Dann helfe ich zunächst dabei, die für den Zweck richtige Plattform zu identifizieren, denn nur weil beispielsweise Facebook Facebook ist, müssen noch lange nicht alle Unternehmen dort eine Präsenz aufbauen.

Daneben unterstütze ich Kunden bei der Erstellung von Konzeptionen, bei der Ausarbeitung der Inhalte, welche Aktionen möglich sind und gebe Tipps und Hinweise zum Verhalten auf der jeweiligen Plattform. Und natürlich muss man immer das Budget im Auge behalten.

Frage 2: Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Da Social Media nicht das einzige Themengebiet ist, das ich betreue, ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Denn ein Teil meiner Arbeitszeit entfällt auf andere Gebiete, die weniger damit zu tun haben.

So etwas wie einen typischen Tag sowieso kaum. Wenn es etwas gibt, was sich konstant durch alle Tage zieht, ist das sicherlich, dass ich neben meinen E-Mails morgens zunächst viele Blogposts und Nachrichten aus dem Social-Media-Umfeld lese. Denn hier ändert sich alles so rasant, dass es manchmal schon ein Nachteil sein kann, wenn man nicht auf dem Laufenden bleibt. Im Laufe des Tages wechseln sich dann das Schreiben, Telefonieren und Diskutieren so ab wie in vielen anderen Beraterberufen.

Frage 3: Wie bist du dazu gekommen, als Social-Media-Experte zu arbeiten?

Ich hatte immer ein Steckenpferd für das Online-Marketing und glaube auch, dass ich schon immer ein gewisses Gespür für das hatte, was Menschen bewegt – und irgendwann fragte mich ein Kunde einmal nach meiner Meinung zu der Facebook-Präsenz seines Unternehmens. Im Nachhinein war ich überrascht, was ich dem schon alles an Tipps mit auf den Weg geben konnte … das waren die Anfänge.

Frage 4: Was muss man deiner Meinung nach können, um als Social-Media-Experte zu arbeiten?

Ich glaube, dass es hilfreich ist, wenn man sich in andere Menschen und auch außergewöhnliche Zielgruppen hineindenken kann. Das Bauchgefühl ist da sehr wichtig. Außerdem sollte man sich mit dem allgemeinen Verhalten im Netz gut zurechtfinden und natürlich auch ein gutes Gespür für Themen und Aktionen haben. Es schadet sicher auch nicht, wenn man sich allgemein im Marketing oder auch in PR zuhause fühlt und formulierungssicher ist. Denn oft genug gibt man als Berater auch Tipps, wie sich ein Unternehmen nach außen am besten darstellen kann.

Frage 5: Wo siehst du die Zukunft der Arbeit als Social-Media-Experte?

Social Media hyped im Moment natürlich stark. Dadurch, dass es immer mehr Nutzer diverser Plattformen gibt und wir alle immer mehr Zeit im Internet verbringen, steigt natürlich auch der Druck für Unternehmen, auf diesen Zug aufzuspringen. Ich glaube, dass es daher immer wichtiger wird, differenziert zu betrachten, ob ein Unternehmen auf den Social-Media-Zug aufspringen sollte oder eben nicht. Man muss sicherlich immer häufiger auch davon abraten.

Da es aber unabhängig davon viel unausgeschöpftes Potenzial gibt und für viele Unternehmen auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung besteht, eine Social-Media-Präsenz zu unterhalten, werden sicher immer mehr Fachleute benötigt, die sich wie PR-Menschen in der Offline-Welt sicher in der sozialen Sphäre bewegen. Es ist auch für die Unternehmen eine Utopie, mal eben so nebenbei eine vollwertige Zweitvertretung im Internet zu haben und diese nur stiefmütterlich zu behandeln. Hierfür werden auf Dauer immer mehr Vollzeitbeschäftigte benötigt, die den Anforderungen genügen müssen. Ich persönlich denke, dass der Zug gerade erst Fahrt aufnimmt, das Ende hier aber noch lange nicht erreicht ist.

Frage 6: Was hältst du von der Möglichkeit ein Fernstudium oder eine Weiterbildung im Bereich des Social-Media-Experten zu machen?

Wenn es so etwas gibt, ist es sicherlich sinnvoll. Meiner Meinung nach könnte so eine Weiterbildung oder ein Fernstudium im Rahmen von Kommunikationswissenschaften, Journalismus oder Marketing mitgeführt werden. Eine ausschließliche Spezialisierung ohne auf die anderen Kommunikationsbereiche wie Marketing oder PR zu schauen, halte ich für fragwürdig.

Daneben gibt es aber sicher auch immer die Möglichkeit des Learning by Doing. Das haben ohnehin die meisten Experten so geschafft.

Hilfreiches zum Schluss:

Für diejenigen,  die sich mit Thema Social Media  noch weiter beschäftigen , bzw. erste Schritte in den Bereich wagen möchten,  haben wir noch ein paar interessante Adressen von Seminar- und Fortbildungsanbietern  zusammengestellt.

Fernstudium Fachwirt Social Media  (Die Dialog Akademie)

Fernstudium (in Vorbereitung)  Social Media Manager (ILS)

Lehrgang Social Media Basic/Manager (Social Media Akademie)

Seminar Social Media (Wildner Weiterbildung)

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