„Gleich und gleich gesellt sich gern“, statt „Gegensätze ziehen sich an“?

In Deutschland herrscht Bildungskonsens, zumindest in den meisten Beziehungen – Denn da tun sich die Deutschen offensichtlich am liebsten mit gleich gebildeten zusammen. 60,70 % leben mit einem Partner zusammen, der den gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss hat.

Während früher ungefähr die Hälfte aller Männer ’nach unten‘ geheiratet hat und die Hälfte aller Frauen ’nach oben‘, hat sich das Verhältnis mittlerweile stark verändert. Die Frauen haben in Sachen Bildung in den letzten Jahrzehnten stark aufgeholt. Dadurch, dass immer mehr weibliche Akademikerinnen auf dem Heiratsmarkt sind, heiraten gerade jungen Akademiker vermehrt Partner mit gleichen Bildungsniveau.

Allerdings heiraten immer noch 30,1 % der Männer mit einem höheren Bildungsabschluss ’nach unten‘, was zur Folge hat, dass Frauen mit gleichem Bildungsabschluss strukturell betrachtet auch ’nach unten heiraten‘ müssten, was sie aber nur selten tun – Gerade einmal 9,2 % Frauen gingen im Jahr 2009 eine Partnerschaft mit einem Mann mit niedrigerem Bildungsniveau ein. Nur langsam steigt diese Zahl.

Daraus resultiert, dass gerade Frauen mit hohen Bildungsabschluss und Männer mit niedrigerer Qualifikation in der Singlequote besonders weit oben stehen. Ohne von den alten Rollenbilder loszukommen und einen Normenwandel zu durchziehen, wird es also schwierig werden, auch hier glückliche Partnerschaften vermehrt zu beobachten.

Dabei können Menschen mit unterschiedlichen Bildungsabschluss durchaus eine glückliche und gleichwertige Partnerschaft führen – und das auch in modernen Partnerschaften, in denen die Frau von ihren Qualifikationen her dem Mann überlegen ist. (Artikel Spiegel: Frauen als Besserverdiener)

Quelle: Statistisches Bundesamt

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