Am 14.04 ist es soweit, endlich: Der Boys Day wird zum ersten Mal zelebriert, durchgeführt und bejubelt werden. Der Girls Day ist ja schon lange eine feste Institution und da Gleichberechtigung immer auch was mit Gleichheit und der gleichen Verteilung zu tun hat, war es an der Zeit auch den Jungs einen Tag zu widmen, an dem sie einmal nach Herzenslust waschen, kochen, Kinder betreuen und alte Leute pflegen dürfen. Alles das, was sonst halt die Mädels machen. Ein guter Grund also sich einmal die spannenden Aktionen etwas genauer anzusehen. Schließlich will man ja wissen, was man so verpasst…

Die skurrilsten, witzigsten und etwas verstörend wirkenden Unternehmungen, die absolute Creme de la Creme der Einfallstümer, bzw. einfach die Top Five der Boys Day-Aktionen, haben wir für Euch zusammengestellt. (Und übrigens: Natürlich gibt es auch, der besagten Gleichberechtigung sei Dank, die Top Five der Girls Day-Aktionen)

Platz 5: Präsentieren und Verkaufen von Backwaren

Die Bäckerei Lau hat sich zum Boys Day etwas ganz besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Präsentieren und Verkaufen von Backwaren“ können Jungs hier einen ganzen Tag lang nach Lust und Laune hinter dem Bäckereifachverkaufstresen stehen und Brötchen verkaufen. Zugegeben, während bei den Mädels der Beruf Verkäuferin einer der beliebtesten Berufe ist (nach Abschluss der Ausbildungsverträge im August 2010), steht er bei den Jungs tatsächlich hinten an. Da muss man sich natürlich fragen: Wollen die alle nicht? Finden Jungs in dem Alter Brötchen und Co einfach doof? Oder trauen die sich etwa nicht? Zum Glück kann jetzt zumindest ein junger Mann aus dem Bundesgebiet seine Erfahrungen mit dem Beruf des BäckereifachverkäufERs machen und bei der Bäckerei Lau „Brötchen belegen und garnieren (schließlich isst das Auge mit“!) – Endlich!

Platz 4: Traditionelle Thai-Massage für Jungs

Auch in Untersiemau (das liegt übrigens in Oberfranken – für die, die es wissen wollen…) gibt es eine super Aktion für die Boys: Bei Lanna Siam Wellness können die Jungs echte Thai-Massage-räucherstäbchenduftgeschwängerte-Luft schnuppern. Und FALLS jetzt irgendwie, irgendwer an etwas unseriöses, verruchtes oder gar schlimmeres denkt, hierbei handelt es sich um die (wahrscheinlich in ganz Deutschland oder vielleicht sogar weltweit einzige) „seriöse Thai-Massage“! (Zitat) Trotzdem sind die Plätze alle ausgebucht… Komisch…

Platz 3: Schnupperpraktikum bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg

Das sollte eigentlich unter dem Motto „ohne Worte“ verstanden werden…. Aber trotzdem, ganz kurz: „Einblick in die Arbeitswelt bei einem Rentenversicherungsträger (Zitat) Das passt doch irgendwie nicht…

Platz 2: Designen einer selbstgefertigten Tasche

Und dann noch eine Aktion, die auch einfach spitze ist: Bei der Hochschule für Künste Bremen dürfen die Jungs am Donnerstag ein Stück Stoff nach Herzenslust mit Stoffmalfarbe bemalen – was ja schon der helle Wahnsinn ist, schließlich kommen Jungs in dem Alter eigentlich gar nicht mehr zum Malen, weil das einfach per se uncool ist. Im zweiten Teil wird dann aber auch noch aus diesem Stück Stoff eine Tasche gemacht! Und das find‘ ich echt richtig gut überlegt: Schließlich kann jeder Junge ein T-Shirt oder eine Mütze gebrauchen – aber hey, eine Tasche? Also ohne jetzt irgendein Klischee noch unterstützen zu wollen, aber.. eine selbst bemalte Tasche? Eine Tasche…???

Platz 1: Mehr als 2.000 Essensgäste am Tag

Auch das Studentenwerk Göttingen hat sich eine ganz großartige Aktion für den Boys Day einfallen lassen und lädt die Jungs einen Tag lang in die örtlichen Mensen ein, um dort den Beruf des Hauswirtschaftleiters kennenzulernen. Das heißt: einen Tag lang „in jede Ecke schauen, ob das Haus auch super sauber ist.“ (Zitat) Wahnsinn! Aber das Beste für die Jungs in der Kantine kommt noch (und davor möchte ich noch einmal erinnern, dass es sich bei dem Boys Day, um eine Aktion handelt, um Jungs in ‚untypische oder typisch weibliche Berufe‘ reinschnuppern zu lassen, was jawohl soviel heißen soll, wie mit den Mädels zusammenarbeiten – oder?): „Der Tag beginnt mit der Einsatzplanung und Einteilung des weiblichen Personals...“ Aha! Da haben wir es wieder: Der Mann in der Führungsposition, die Frauen als untergeordnetes Personal… Schon grenzwertig, aber der Knaller kommt erst noch: „Gar nicht so einfach, wirst du vielleicht feststellen.“ (Zitat) Wie jetzt, weil das weibliche Personal ja immer einem wilden Hühnerhaufen gleicht, in dem man sich als Hahn erst einmal durchsetzen muss? Offensichtlich, denn schließlich ist „die tägliche Einteilung, Führung und Kontrolle des weiblichen Personals […] für einen reibungslosen Ausgabeablauf notwendig.“ (Zitat) Ein klassisches Beispiel für ‚Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht‘ und das auch noch von der Frauenbeauftragten… Ein echter Knaller und damit wirklich ganz unangefochten auf Platz 1!

Und noch was zum Schluss: Eigentlich finden wir den Boys Day echt gut! Nur, damit jetzt keiner denkt, wir wären aus Prinzip schon einmal dagegen… Schließlich sind wir ja keine Frauenbeauftragten… 😉

 

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