Die Diskussion um die Abschaffung der Hauptschule erhitzt zurzeit die Gemüter quer durch alle Gesellschaftsschichten. Die Befürworter der Abschaffung nennen die derzeitige dreigliedrige Schulform eine „frühzeitige Einteilung in Dumme und Kluge“ und „deutschen Selektionswahn“. Die Gegner der Abschaffung, wie die Bundespartei CSU, warnen vor einem „Schulexperiment“ und befürchten einen „Gouvernantenstaat“. Auch von der Verwässerung einer der erfolgreichsten Schulformen (Realschule) ist bei Gegnern die Rede.

Es ist schon etwas schwierig, zu einem solch komplexen Thema eindeutig Stellung zu beziehen. Wenn man sich die Argumente der Befürworter und Gegner dieser Maßnahme anschaut, dann kann man durchaus wankelmütig werden. Doch glücklicherweise wissen wir auch, dass alle Änderungen im Bildungssystem, die primär Kosten verursachen, teilweise mit völlig realitätsfremden Argumenten verhindert werden sollen. Außerdem schreiben hier Personen, die selbst Eltern sind und deshalb das deutsche Schulsystem mehrfach hautnah erlebt haben.

Die traurige Realität in der dritten und vierten Grundschulklasse sieht nämlich so aus, dass ein verzweifelter Kampf geführt wird, nur damit das betreffende Kind nicht auf die Hauptschule muss. Wenn ein Kind nun wirklich nicht den Übertritt in die Realschule schafft, dann gilt das bei geschätzten 95% aller Eltern als herber Verlust. Nach dem Motto: “ Wir haben den Kampf verloren, unser Kind muss auf die Hauptschule. Naja, vielleicht kann es ja doch noch über den M-Zug die mittlere Reife packen oder später mit einem Fernstudium den Realschulabschluss nachholen“. TOLL!

Und mit welchen Mitteln wird in der vierten Klasse nicht alles gekämpft. Mit kinesiologischen und craniosacralen Behandlungen, mit Nachhilfe, Psychotherapie und ausgefeilten Lernprogrammen. Ist dieser, teils wirklich immense Stress wirklich notwendig? Die Kinder haben nach der „Übertrittsphase“ meist derart gestrichen die Nase voll von der Schule und allem was dazugehört, dass man sich einen eigenen Motivationstrainer engagieren muss, um sie durch die nächsten Jahre zu quetschen!

Genau deshalb ist Hauptsache Bildung FÜR DIE ABSCHAFFUNG DER HAUPTSCHULE und ein zweisäuliges Schulmodell aus Oberschule und Gymnasium.

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