Morgen findet in Berlin der 13. Volkshochschultag statt, der größte europäische Kongress rund um das Thema Weiterbildung. Nur was bedeutet die Volkshochschule in Deutschland überhaupt im 21. Jahrhundert?

Die Volkshochschule hat ihr Image der Hausfrauen-Töpfergruppe längst hinter sich gelassen und ist zu einer der wichtigsten Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen in Deutschland geworden. In keinem anderen Land schafft die Volkshochschule oder eine vergleichbare Institution, eine ähnliche Vielfältigkeit, Professionalität und Vernetzung im Bildungsbereich wie die Volkshochschule in Deutschland.

Wie das Ganze in Zahlen und Fakten aussieht, haben wir nachfolgend zusammengestellt:

Lebenslanges Lernen mit langer Tradition
Die erste Volkshochschule wurde am 13. Januar 1902 im Bürgersaal des „Roten Rathaus“ in Berlin gegründet. 1919 wurde die Förderung des Bildungswesens, einschließlich der Volkshochschulen, erstmalig im Artikel 148 der Reichsverfassung gesetzlich verankert.

Mittlerweile gibt es in Deutschland fast 1000 eigenständige Einrichtungen, womit die Volkshochschulen ein in Deutschland einmaliges Netz an Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen bilden.

Stetiges Wachsen und Erweitern
Seitdem angefangen wurde die Entwicklung der Volkshochschule im Jahre 1962 zu dokumentieren, hat sich das Angebot um mehr als das 15fache gesteigert und besteht mittlerweile aus über 706.379 Veranstaltungen. Alleine die Volkshochschule München bietet an einem Werktag mehr als 700 Kurse an. Im Jahr 2009 besuchten über neun Millionen Teilnehmer eine Veranstaltung der Volkshochschule.

Ein Ort für lebenslanges Lernen
Die Volkshochschule steht für lebenslanges Lernen und berufsbegleitende Weiterbildung – so verwundert es nicht, dass sich knapp fünf Millionen aller Teilnehmer im Jahr 2009  im berufsfähigen Alter befunden haben. Mehr noch: fast eine Million der Teilnehmer waren über 65 Jahre.

Bildung und Ausbildung groß geschrieben
Um der allgemeinen Entwicklung von der zunehmend größeren Anzahl von Schulabgängern ohne Abschluss entgegen zu wirken, baut die Volkshochschule ihr Angebot an Grundbildungs- und Schulabschlussprogrammen stetig aus und hat im Jahr 2009 knapp 50.000 Teilnehmern zu einem Schulabschluss verholfen.

Internationale Ausrichtung
Die Volkshochschule hat längst mehr zu bieten als tröge Englischkurse, mittlerweile ist sie mit ihrem Angebot von mehr als 50 Sprachen und jährlich 1,8 Millionen Teilnehmern die größte Sprachschule in Deutschland.

Die Volkshochschule als Ort der Integration
Fast 50 % des Sprachangebots sind Unterrichtsstunden für Deutsch als Fremdsprache, was den wichtigen Beitrag der Volkshochschulen zur Integration von Migranten verdeutlicht. Die Volkshochschule ist deshalb auch der größte Partner des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Und für diejenigen, die noch ein bisschen was humorvolles für den XI. Volkshochschultag suchen – wir haben auch die lustigsten VHS-Kurse zusammengestellt:
http://www.hauptsache-bildung.de/2011/die-lustigsten-vhs-kurse/

Quelle:
Volkshochschulstatistik 2009

 

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)