Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in Zukunft immer wichtiger werden. Trotzdem wirft gerade dieses Thema besonders viele Fragen auf. Gerade was das Elterngeld betrifft oder auch die Pflege von Angehörigen sind viele Beschäftige verunsichert. Wir haben die wichtigsten Fragen und die Antworten zu diesem Thema deshalb zusammengestellt:

Was bedeutet Elternzeit?
Jede Mutter und jeder Vater hat Anspruch auf Elternzeit, um das eigene Kind zu betreuen. In der Elternzeit (drei Jahre) ruht das Arbeitsverhältnis. Beide Eltern können dabei gleichzeitig, wenn sie es möchten, die Elternzeit über drei Jahre in Anspruch nehmen.

Was ist das Elterngeld?
Das Elterngeld ist eine gesetzliche Unterstützung, die Müttern und Vätern helfen soll. Vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes können Eltern das Elterngeld beziehen. Das Elterngeld ersetzt in dieser Zeit das Nettogehalt (anteilig) des Elternteils, das wegen der Betreuung des Kindes nicht mehr berufstätig ist.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Bezug von Elterngeld?
Jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat, mit seinem Kind in einem Haushalt lebt, dieses Kind betreut und keine volle Erwerbstätigkeit ausübt, hat Anspruch auf Elterngeld. Genauso haben aber auch Menschen Anspruch, die aufgrund von öffentlichen Dienst- oder Amtsverhältnissen vorübergehend im Ausland leben.

Wann kann das Elterngeld beantragt werden?
Frühestens mit der Geburt des Kindes kann Elterngeld beantragt werden. Rückwirkend wird es nur für die letzten drei Monate vor Antragsstellung geleistet.

Gilt für Alleinerziehende eine besondere Regel?
Grundsätzlich gelten die gleichen Voraussetzungen für Alleinerziehende wie für Elternpaare. Wird das Elterngeld dabei zum Ausgleich für wegfallendes Einkommen bezogen, können Alleinerziehende die vollen 14 Monate Elterngeld erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass das zu erziehende Kind nur in der Wohnung des Elternteils lebt, der das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat.

Wie hoch ist das Elterngeld?
Die Höhe vom Elterngeld ist abhängig vom durchschnittlichen Nettoeinkommen, das der betreuende Elternteil in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes bezogen hat. Dabei gelten folgende Staffelungen:

  • Das Elterngeld beträgt mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro
  • Bei einem Nettoeinkommen von unter 1000 Euro kann die Ersatzrate bis zu 100 Prozent betragen
  • Bei einem Nettolohn zwischen 1.000 und 1.200 beträgt die Ersatzrate 76 Prozent.
  • Bei einem Nettoeinkommen über 1.200 sinkt die Ersatzrate um jeweils 0,1 Prozent für je zwei Euro, um die das Einkommen den Betrag von 1.200 überschreitet
  • Bei einem Nettoeinkommen von über 1.240 Euro sinkt die Ersatzrate auf 65 Prozent

Erhöht sich das Elterngeld bei Mehrlingen?
Bei der Geburt von Zwillingen oder Drillingen erhöht sich das Elterngeld um jeweils 300 Euro pro Kind.

Haben auch Eltern Anspruch, die vorher nicht erwerbstätig waren?
Auch diesen Personen (z. Bsp. Studenten, Hausfrauen oder -männer) steht der Mindestsatz von 300 Euro zu.

Besteht nach der Elternzeit wieder Anspruch auf den alten Arbeitsplatz?
Der Anspruch auf den alten Arbeitsplatz besteht für die Rückkehr aus der Elternzeit. Sollte das aus betrieblichen Gründen nicht möglich sein, muss der Arbeitgeber eine gleichwertige Beschäftigung anbieten.

Darf das Unternehmen während der Elternzeit kündigen?
Ab der Anmeldung der Elternzeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Der Betrieb darf das Arbeitsverhältnis nicht kündigen. Nur in Ausnahmefällen kann eine Kündigung seitens des Arbeitgebers durch die Arbeitsschutzbehörde für zulässig erklärt werden.

Dürfen Arbeitnehmer sich von ihrer Tätigkeit freistellen lassen, wenn sie einen Angehörigen pflegen müssen?
Seit 2008 sieht das Gesetz übe die Pflegezeit vor, dass sich ein Arbeitnehmer in einem akuten Fall bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen kann. Zudem kann eine Pflegezeit von bis zu sechs Monaten beansprucht werden, wobei es in dieser Zeit allerdings keine Lohnfortzahlung gibt.
Dieser Anspruch gilt nicht in Unternehmen mit weniger als 15 Beschäftigen.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.familien-wegweiser.de oder unter www.bmfsfj.de.

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