Nicht jede Beziehung ist für die Ewigkeit – das wissen wir nicht nur aus diversen Hollywood-Melodramen – auch im echten Leben gehen die meisten Partnerschaften früher oder später auseinander. Damit das möglichst nicht allzu schnell passiert, gibt es in den meisten Beziehungen eine intensive Phase des Kennenlernens.

Auch in der Arbeitswelt gibt es diese zarten Pflänzchen der Verbindung, nur hier haben sie eine feststehende Bezeichnung und eine fest umrissene Dauer: Die Probezeit

Gerade für die vielen Azubis, die in noch nicht mal einer Woche das erste Mal in ihrem Leben den Gang in die Arbeitswelt wagen, eine spannende, aber auch mit Fettnäpfchen gesäte, Erfahrung. Denn während versierte Arbeitnehmer, erfahrene Karrieristen und Dauer-Job-Wechsler alte Hasen in Sachen Probezeit, Benimm-Kodex und Verhaltensweisheiten sind, werden die neuen Azubis Montag ins kalte Beziehungs-Wasser geworfen.

Damit der Sprung dabei nicht ganz so eiskalt ausfällt und die neu eingegangene Beziehung sich nicht direkt zu einer, zum Scheitern verurteilten, Blind-Date-Affaire entwickelt, haben wir nachfolgend drei wichtige Überlebenstipps für angehende Auzbis zusammengestellt, womit sie die zarten Bande der Probezeit für sich festigen können.

1. Kleidung: Weniger ist zu wenig – Mehr ist mehr

Der August ist natürlich prädestiniert dafür richtig heiß zu werden, trotzdem gilt in den meisten Betrieben: Kurz ist tabu! Auch für Mädels mit Germanys-next-Topmodel-Ambitionen und vielleicht auch mit der Figur, heißt es: Der super neue und ultrakurze Minirock von XY sollte erstmal im Schrank bleiben.

Ähnliches gilt übrigens für Jungs: Gerade in den meisten kaufmännischen Jobs sind haarige Männerbeine, auch wenn sie einem 18jährigen, durchtrainierten, Tennisspieler gehören, nicht so gerne gesehen. Das gleiche gilt auch für löchrige, zerschlissene und dreckige Kleidung.

Tipp: Auf Nummer sicher geht man nach dem Motto „Lieber over, statt underdressed“: Also ruhig erst einmal ein bisschen schicker kleiden und in einer kurzen, zweiwöchigen Feldstudie beobachten, was die anderen Mitarbeiter tragen und dem dann einfach nacheifern.

2. Pünktlichkeit: Pünktlich wie die Maurer

Nicht nur wer seine Ausbildung als Maurer beginnt, sollte sich die sprichwörtliche Pünktlichkeit auf die Fahnen schreiben. Denn wer regelmäßig zu spät kommt, gilt nicht nur schnell als Penntüte, sondern dem wird auch nicht gerade ein besonders hohes Engagement in seiner Arbeit zugetraut.

Tipp: Wenn normalerweise eine Dreiviertelstunde für das morgendliche Styling und Tuning gebraucht wird, sollte man sich einfach mal den Wecker für eine volle Stunde stellen, damit sind auch notorische Trödler vor dem Zuspätkommen einigermaßen gefeilt. Sollten zur Ausbildungsstätte längere Strecken mit dem Auto gefahren werden müssen, dann einfach die beste Route ausdrucken, vielleicht einmal „testfahren“ und auch hier immer einen Zeitpuffer für eventuelle Staus, Umleitungen, etc. einplanen.

3. Verhalten: Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Ist man dann erstmal pünktlich und ordentlich gekleidet in seinem Betrieb angekommen, gibt es die nächste, vielleicht schwierigste,  Hürde zu überwinden: Die neuen Kollegen. Dabei gilt: Smaltalk ist erlaubt, Lästereien und Besserwisserei sind dagegen tabu. Und vor allem: Lieber erstmal alle Mitarbeiter Siezen – auch wenn sich Frau Meier und Herr Schmitt mit „Inge“ und „Klaus“ ansprechen, gilt das noch lange nicht für die Azubis! Hier heißt es ganz klar: Abwarten und Tee trinken und darauf hoffen, dass die Kollegen einem das Du anbieten.

Das gleiche gilt übrigens für gut gemeinte Ratschläge, Hinweise zur Arbeitsablaufverbesserung und dem Vorschlag für die Gesamtumstrukturierung der Abteilung: Erstmal den Ball flach und mit Kritik hinter dem Berg halten. Interesse und Engagement sind zwar gut und fallen positiv auf – von dem Azubi aber belehrt zu werden oder unaufgefordert einen ausgearbeiteten Businessplan für Umsetzung des neuen Projektes zu erhalten, empfinden die meisten Kollegen als unangebracht. Auch Lästereien sollten Azubis mit vornehmer und neutraler Zurückhaltung begegnen: Die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem Unternehmen sind ein tiefes, beinahe unergründliches Geflecht, dem man mit gebührender Ehrfurcht entgegen treten sollte.

Tipp: Als stiller Beobachter erfährt man mehr: Auzbis sollten sich aus dem Unternehmensklatsch heraus halten und sich lieber selbst ein Bild machen – wen man mag und wenn nicht, weiß man schließlich am besten selbst.

Übrigens: Um die Kollegen näher kennen zu lernen eignen sich gemeinsame Projekte oder aber auch das Mittagessen in der Kantine. Ungeeignet sind dagegen über Facebook gepostete Einladungen zu wilden und feuchtfröhlichen Partynächten – das kann eigentlich nur böse enden…

Zum Schluss:

Eine Garantie für eine ewig dauernde Partnerschaft gibt es natürlich nie – Aber wenn die zukünftigen Azubis diese drei Tipps beherzigen, besteht eine echte Chance eine lange und liebevolle Beziehung einzugehen, die in der Kennlernphase der Probezeit gerade einmal den Beginn ihrer wundervollen Verbindung sieht! 😉

 

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