Statistik29 europäische Bildungsminister unterzeichneten1999 im italienischen Bologna eine Erklärung, welche die Schaffung von einheitlichen europäischen Hochschulabschlüssen bis 2010 zum Ziel hatte. Die zur Jahrtausendwende noch üblichen Diplom- und Ingenieurs-Titel sollten im Zuge des so genannten Bologna-Prozesses weitgehend durch die international bekannten Bachelor- und Master-Degrees abgelöst werden. Dieses Vorhaben ist in der deutschen Hochschul-Landschaft verständlicherweise kontrovers diskutiert worden.

Die unten gezeigten Statistiken lassen allerdings keinen Zweifel daran, dass sich das neue System mittlerweile durchgesetzt hat. Die Anzahl der Bachelor- und Master-Studiengänge hat sich demnach vom Sommersemester 2004 bis zum Wintersemester 2010/11 mehr als vervierfacht. Diese Daten stammen aus einer Erhebung der deutschen Hochschulrektorenkonferenz, welche im November 2010 erstmalig veröffentlicht wurde – der Name der gesamten Studie lautet: „Statistische Daten zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen Wintersemester 2010/2011“

Fünf Jahre nach Unterzeichnung des Bologna-Abkommens wurden der Statistik zufolge erst 19% der Studiengänge von Bachelor- oder Master-Studenten belegt. Im Sommersemester 2007 waren schon fast die Hälfte aller Studiengänge Bachelor- oder Masterstudiengänge. Im Wintersemester 2010/11 waren knapp 82% der Studiengänge mit den neuen internationalen Degree-Programmen belegt. Logischerweise verschwanden die älteren Diplom- und Ingenieur-Studiengänge aus Gründen mangelnder Nachfrage immer mehr aus dem Angebot deutscher Hochschulen. Ganz wegzudenken sind die Ingenieurs- und Diplom-Abschlüsse in Deutschland allerdings noch lange nicht, auch wenn die obigen Zahlen das vermuten lassen…

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