Die Initiative Fairplayer e.V. wurde im September 2003 gegründet und setzt sich seither dafür ein, Fairplayer-Kompetenzen von Jugendlichen zu stärken sowie Gewalt an Schulen durch primärpräventive Maßnahmen zu reduzieren. Die Tatsache dass 10-12% aller Schüler mindestens ein Mal pro Woche Opfer von psychischer und/oder physischer Gewalt bzw. Mobbing werden, ist alarmierend. Dennoch gibt es bisher nur wenige sinnvolle Ansätze um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Oft wird noch ausschließlich auf die Bestrafung der Täter gesetzt, anstelle Kompetenzen bei Pädagogen und Schülern zu entwickeln.

Ausgebildete Fachkräfte vom Fairplayer e.V. führen nachhaltige Präventionsmaßnahmen direkt in den Schulklassen durch und regen die Lehrer dazu an, die vorgestellten Methoden dauerhaft im Unterricht umzusetzen. Die Präventionsmaßnahmen von Fairplay wurden zuerst an verschiedenen Schulen in Berlin und Bremen getestet. Im Evaluationszeitraum von 2004-2009 konnte in den betreffenden Schulen bereits ein signifikanter Rückgang (bis zu 50%) von Aggression und Gewaltbereitschaft erreicht werden – das Förderprogramm scheint also ein voller Erfolg zu sein.

Zahlreiche positive Rückmeldungen haben bestätigt, dass sich die Zivilcourage der Schüler und Pädagogen durch die Fairplayer-Maßnahmen teilweise deutlich verbessert hat. Das Präventionsprogramm vom Fairplayer e.V. ist speziell auf die jeweiligen Interessengebiete und kulturellen Hintergründe der Jugendlichen abgestimmt und spricht damit die individuelle Jugendkultur an. Die hohe Akzeptanz der Jugendlichen bestätigt den Erfolg des Konzeptes jedoch am deutlichsten.

Folgende Zielgruppen stehen besonders im Fokus des Fairplayer e.V.:

  • Jugendliche Schüler zwischen 11-16 Jahren
  • Die Klassen-Leiter der o.g. Altersgruppe
  • Lehrkräfte mit Weiterbildungs-Ambitionen im Themenfeld Gewaltprävention
  • Interessenten mit Berufswünschen im pädagogisch-psychologischen Bereich

Die vor Ort durchgeführten Maßnahmen, welche anfänglich von qualifizierten Fairplayer-Mitarbeitern geleitet werden, enthalten demokratiepädagogische Elemente und Ansätze des sozialen Lernens wie Rollenspiele und Verhaltensfeedback. Die Jugendlichen lernen verschiedene Möglichkeiten für den gewaltfreien Umgang mit ihren Mitschülern und erfahren dabei wie gut es sich anfühlen kann, respektvoll miteinander umzugehen. Die Förderung von sozial-emotionalen Kompetenzen ist ein Schwerpunkt des Präventions-Konzepts.

Mit diesen Ansätzen arbeiten Fairplayer-Mitarbeiter in den Schulklassen:

  • Strukturierte Rollenspiele
  • Konstruktives Verhaltensfeedback
  • Medienunterstützte Lösungsansätze entwickeln (z.B. Kurzfilme)
  • Möglichkeiten für gewaltfreie Auseinandersetzungen aufzeigen
  • Eigenverantwortliches Handeln fördern
  • Zivilcourage entwickeln

Das Fairplayer-Projekt ist darüber hinaus auch national und international gut vernetzt. Es besteht eine rege Zusammenarbeit mit verschiedenen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen. Leider ist das Programm des Fairplayer e.V., welches wirksamkeitsevaluiert, qualitätsgesichert und nachhaltig zur Prävention von Mobbing und Gewalt an Schulen beiträgt, in Deutschland bisher das einzige seiner Art. Für über eine halben Million betroffener Jugendlicher und Kinder scheint das definitiv zu wenig.

Bildnachweis: @istockphoto/P_Wei

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