Viele berufstätige Menschen, vor allem in der IT- und Online-Marketing-Branche, träumen davon, dass sie ihre Arbeit am heimischen Computer erledigen können. In der Tat bietet das so genannte Home Office eine ganze Reihe von Vorteilen, welche man jedoch vor dem Beginn eines solchen Arbeitsverhältnisses sorgfältig gegen die Nachteile abwägen muss. Denn Home Office ist weder für jede Tätigkeit noch für jeden Menschen geeignet. Ob man wirklich mit der „Heimarbeit“ glücklich wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Zuerst einmal sollten sich Home-Office-Interessierte folgende Fragen stellen:

  1. Habe ich einen Raum, in dem ich völlig ungestört arbeiten kann?
  2. Verfüge ich über eine „schnelle“ Internetverbindung?
  3. Kann ich mich gut organisieren und motivieren?
  4. Bin ich ein disziplinierter Mensch?
  5. Hege ich eine gewisse Loyalität zu der Firma für die ich arbeite?
  6. Hat mein Vorgesetzter Vertrauen zu mir?
  7. Fühle ich mich zu Hause wohl?
  8. Lasse ich mich leicht ablenken?
  9. Kann ich gut alleine und selbstständig arbeiten?
  10. Benötige ich persönlichen „eye-to-eye“ Kontakt mit meinen Mitarbeitern“?

Wenn man mindestens sieben dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kann, dann stehen die Chancen recht gut, dass man an seinem Arbeitsplatz zu Hause eine Leistung erbringen kann, die einem selbst und den Vorgesetzten zufrieden stellt. Vor allem Disziplin und Motivation sind die größten Herausforderungen im Home Office und es geht an manchen Tagen vor allem darum, seinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Die nachfolgende Pro/Contra-Liste soll dabei helfen, die Vor- und Nachteile dieser Arbeitsmethode abzuwägen.

Pro

  • Keine Sprit- und Anfahrtskosten
  • Relativ flexible Arbeitszeiten und Zeiteinteilung
  • Kein Zeitaufwand für den Arbeitsweg
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Familie und Beruf sind besser miteinander zu vereinbaren
  • Arbeiten ist auch an anderen Orten möglich z.B. im Garten

Contra

  • Kein direkter Austausch mit den Mitabeitern möglich
  • Für Büromöbel muss man oft selbst aufkommen
  • Man bekommt den firmeninternen „Flurfunk“ nicht mit
  • Keine klare Trennung von Beruf und Freizeit
  • Oft ist zu Hause keine ergonomisch perfekte Arbeitsumgebung vorhanden
  • Familienmenschen fällt es oft schwer, sich während der Arbeitszeit aus der Kindererziehung heraus zu halten

Ein langes Fazit…

Die größten Herausforderungen bei der Heimarbeit sind also die tägliche Motivation und Selbstorganisation. Ein weiterer Punkt der oft wenig Beachtung findet, ist schlicht und einfach die Gefahr, zuviel zu arbeiten. Vor lauter Bedenken, dass der Chef oder die Mitarbeiter meinen könnten, dass man den ganzen Tag nur herumsitzt, arbeitet man lieber ein bisschen mehr um diesen Verdacht erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Außerdem ist es hilfreich, nach Feierabend und am Wochenende auch wirklich den Rechner auszuschalten, sonst erwischt man sich doch recht oft dabei, dass man nach Feierabend neben den privaten E Mails auch die geschäftlichen Nachrichten checkt.

Ein ernstes Problem sind oft auch die Familienmitglieder. Die Partnerin oder der Partner sagt: „Du bist ja da, dann kannst Du ja ein Auge auf die Kinder haben während ich einkaufe.“ Ganz genau, man ist daheim, obwohl man auf der Arbeit ist. Für Kinder ist das noch schwieriger zu verstehen, da kommt häufig ein „Papa guckst Du mal, Mama kannst Du mal….“. Genau wie der Heimarbeiter, so muss auch die Familie lernen die Arbeitszeit zu respektieren und die Störungen auf ein Minimum zu beschränken.

Allen Gefahren und Nachteilen zum Trotz, kann die Arbeit via Home Office eine geniale Alternative zum Arbeitsplatz in einem Unternehmen sein. Gerade auch für behinderte Menschen kann das Home Office eine hervorragende berufliche Perspektive bieten. Pauschalisieren sollte man hier allerdings gar nichts – Menschen und Arbeitsplätze sind nun einmal sehr verschieden…

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