Im November wurde die aktuelle Erhebung des Deutschen Lernatlas zum Thema Lernbedingungen in deutschen Großstädten veröffentlicht. Der Deutsche Lernatlas ist ein Index der Bertelsmann-Stiftung, der die Bedingungen für lebenslanges Lernen in allen Kreisen und Städten der Bundesrepublik Deutschland visualisiert und vergleichbar macht. Die Entwicklungsbedingungen von Bundesbürgern in allen Lebensphasen sollen auf diese Weise im geographischen Zusammenhang abgebildet werden. In die einzelnen Indexwerte flossen jeweils 38 Kennzahlen aus den Themenbereichen Bildung und Lernen ein.

Für die Erhebung wurden folgende Bereiche gewertet:

  • Schulisches Lernen
  • Berufliches Lernen
  • Soziales Lernen
  • Persönliches Lernen

Die besten Lernbedingungen herrschen laut Deutschem Lernatlas in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit einem Indexwert von 60,20 liegt München damit deutlich auf dem ersten Platz. Auf Platz zwei und drei folgen die Städte Dresden und Stuttgart, welche beide noch hervorragende Indexwerte erhalten haben. Die Plätze vier bis sechs werden von Nürnberg, Frankfurt/M und Leipzig belegt. In der zweiten Hälfte der Rangliste sind ausnahmslos Städte zu finden, die in der nördlichen Hälfte Deutschlands liegen. Wie auch bei einigen anderen Bildungsthemen ist also auch hier das leidige „Süd-Nord-Gefälle“ zu beobachten.

Warum in den nördlicheren Großstädten anscheinend schlechtere Bedingungen für das lebenslange Lernen herrschen als in den südlichen Gefilden Deutschlands, kann und soll hier allerdings nicht analysiert werden. Diese Thematik ist jedoch mit Sicherheit eine große Herausforderung für die Bildungspolitiker der einzelnen Bundesländer. Wenn in Deutschlands Süden bessere Lernbedingungen als in nördlichen Großstädten vorhanden sind, dann muss es auch Gründe dafür geben. Diese Gründe gilt es wahrzunehmen, damit sich die künftige Bildungspolitik der betreffenden Bundesländer daran orientieren kann.

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