Bei gesellschaftlichen Anlässen drehen sich die Gespräche früher oder später fast zwangsläufig um die Themen Beruf und Karriere. Gerne werden dann Erfolgsstorys zum Besten gegeben und Menschen erklären in möglichst wichtig klingenden Anglizismen, was sie beruflich so alles machen. Besonders beliebt sind dann jene Positionen die mit „Head of…“ oder „Master of…“ beginnen, die Abkürzungen CEO, MBA oder CD liegen jedoch auch gut im Rennen, gefolgt vom guten alten Diplom- oder gar einem Ingenieurs-Titel.

Manche Menschen fallen bei solchen Gesprächen allerdings in betretenes Schweigen. Vielleicht weil sie dem Master of  Business Administration nur ungern eröffnen würden, dass sie Schlachter oder Bestatter sind. Doch nehmen wir doch einmal ganz hypothetisch an, die Zeiten würden tatsächlich schlechter werden – welcher Beruf würde dann wohl mehr gebraucht werden, der MBA oder der Schlachter? Ist es nicht sogar paradox, dass gerade jene Berufe, die es schon am längsten gibt und die wohl bis in alle Ewigkeit dringend gebraucht werden, das geringste gesellschaftliche Ansehen genießen?

Die wenigsten Menschen in großen Unternehmen bringen den Reinigungskräften den gebotenen Respekt entgegen – aber wie würde es denn ohne diese Arbeitskräfte aussehen? Auch um Bestatter machen viele einen großen Bogen – aber wenn ein Todesfall eintritt dann will sich wohl niemand selbst um die Bestattung kümmern… Das gleiche gilt natürlich auch für Landwirte, Müllentsorger, Pflegehilfskräfte und Bauarbeiter – was würden wir denn bitteschön ohne diese Berufsgruppen machen?

Nachfolgend eine Liste von 10 wichtigen Berufen mit niedrigem Ansehen:

  • Reinigungskraft
  • Müllentsorger
  • Bestatter
  • Schlachter
  • Kammerjäger
  • Tiefbauarbeiter
  • Pflegehelfer
  • Hausmeister
  • Landwirt
  • Busfahrer

Eine gute Idee um das Ungleichgewicht zwischen Bedeutung und Ansehen dieser Berufe zu korrigieren, wäre vielleicht, die alten Berufsbezeichnungen durch Anglizismen zu ersetzen. Aus dem Tiefbauarbeiter wird ein „Master of Earth“, aus der Reinigungskraft ein „Head of Hygenics“ und aus dem Schlachter ein „Bachelor of Meat“ oder gar ein „Meat Marketing Manager“. Der Hausmeister heißt jetzt ja immerhin auch schon Facility Manager….. Aber brauchen wir wirklich Anglizismen um diesen Berufen unsere Wertschätzung entgegen zu bringen?

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