Angesichts der Nachrichten oder auch nur nach einem Blick auf die Schlagzeilen der letzten drei Monate, muss man sich eigentlich zwangsläufig ins Gesicht greifen um die Pappnase abzusetzen. Auch Menschen die nicht sonderlich geschickt im recherchieren sind, finden zu fast jeder Meldung der Medienwelt noch am gleichen Tag direkte Antipoden. Was soll das? Und vor allem: Was kann man denn bitteschön überhaupt noch glauben?

Da meldet eine große Tageszeitung, dass Deutschland die Rezession noch lange nicht überwunden hat und gleichzeitig meldet ein anderes Presse-Medium, dass wir uns in der Mitte eines Aufschwungs befinden. Der Euro ist natürlich weiterhin eine der stabilsten Währungen, die Bundesrepublik Deutschland mit AAA+ weiterhin der Liebling von Rating-Agenturen – aber am gleichen Tag ist zu lesen, der Euro steht kurz vor dem Aus und ganz Europa kurz vor dem Finanzkollaps…

Die Kriegsberichterstattung in Libyen ist eines der aktuellsten Beispiele für diese groteske Verzerrung von Fakten zugunsten….ja zu wessen Gunsten eigentlich? …oder besser – zu welchen Lasten? Darüber sollte sich wohl jeder selbst seine Gedanken machen. Im Bildungsbereich herrscht anscheinend die gleiche Art von Fakten-Schöpfung via Zufallsgenerator. Da fordert der Chef der Arbeitsagentur im Rahmen des Fachkräftemangels 200.000 Zuwanderer pro Jahr (hier der betreffende Spiegel Artikel) und nahezu zeitgleich entlarvt DasErste in PlusMinus das Märchen vom Fachkräftemangel (zum Artikel).

Wir könnten hier noch hunderte solchen Paradoxien auflisten und das, ohne das heurige Jahr in Richtung Vergangenheit zu verlassen. Dabei ist es natürlich klar, dass es keine endgültige und statische Wahrheit gibt, auch wenn wir uns das oft wünschen. Aber gehen die Massenmedien denn in unserem „Informations-Zeitalter“ wirklich davon aus, dass die Menschen nur ein einen einzigen Informationskanal nutzen? Die Frage die uns dabei jedoch am meisten bewegt ist: Fällt dieser Missstand eigentlich niemandem auf und was kann man dagegen tun?

Einen Vorteil hat diese Informationspolitik aber auch: Man kann sich einfach die Nachricht heraussuchen, die man hören möchte. Dafür muss man sich allerdings damit abfinden, dass die Trefferquote in puncto Wahrheit, starken jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Trotzdem können die Prozentzahlen dieser Quote ganz genau bestimmt werden – das sind nämlich exakt 1,9%! Nein, es muss natürlich 99% heißen und richtig ist natürlich beides, oder etwa nicht?

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