Die Erfahrung aus den letzten Jahren hat in den meisten Studenten ein Umdenken veranlasst. Nachdem sie lange Zeit der Willkür ihrer Hochschulen ausgesetzt waren und die eingeführten Studiengebühren in vielen Bundesländern immer wieder zum Streit- und Streikpunkt wurden, steht für fast 60 Prozent der Studenten fest: Die Zuständigkeit in der Bildungs- und Hochschulpolitik soll wieder an den Bund gehen.

Zum größten Teil hat die Eigenständigkeit der deutschen Hochschulen nur zur Verwirrung und Unmut unter den Studenten geführt. In den meisten Bundesländern wurde die neu gewonnene Verfügungsfreiheit in Sachen Bildung dazu genutzt, die unterschiedlichsten Reformen auf den Weg zu bringen – Wobei diese in den meisten Bundesländern ganz klar die Studiengebühren als wichtigste Neuerung beinhalteten. Die Höhe der Zahlungen konnte sich dabei allerdings von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Universität zu Fachhochschule stark unterscheiden.

Auch bei Anerkennung von Modulen, Seminaren und Leistungsnachweisen gab es bei geplanten Uniwechseln immer wieder Probleme. Da jedes Bundesland frei in seiner Bildungs- und Hochschulpolitik ist, haben viele Universitäten und Fachhochschulen ihre Anforderungen an Studienleistungen immer wieder geändert und überarbeitet.

Viele Studenten wünschen sich deshalb, mit den Erfahrungen der letzten Jahre, eine klare Zuständigkeit des Bundes in Sachen Bildungs- und Hochschulpolitik, um nicht weiterhin dem Wirrwarr der einzelnen Bundesländer und ihren Reformen ausgesetzt zu sein.

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