Gerade in sozialen Berufen kommt es oft vor, dass Menschen einen Teil des Ballastes den Patienten, Klienten oder andere Kontaktpersonen bei ihnen abladen, mit nach Hause nehmen. Auf Dauer kann diese Last für die Menschen selbst und auch für ihre Familien zu einem großen Problem werden. Auch die Entwicklung eines Burnout-Syndroms wird durch diese Verhaltensweise nachhaltig gefördert.

Sozialberufe sind zwar dafür prädestiniert, doch bei weitem nicht das einzige Tätigkeitsfeld das eine solche Entwicklung begünstigt. Selbst im ganz normalen Büroalltag oder in Handwerksbetrieben kann es dazu kommen, dass man auch nach Feierabend noch mit dem Stress des Arbeitstages zu kämpfen hat. Die Frage ist jetzt aber, was man denn dagegen tun kann. Kann man  überhaupt etwas dagegen tun? Nachfolgend sind ein paar kleine aber wirksame Strategien aufgeführt, welche helfen können, die Work Life Balance zu wahren.

1. Debriefing – reden Sie nach Feierabend noch kurz mit ihren Kollegen
Das so genannte Debriefing wird vor allem Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei empfohlen, kann aber auch in jedem anderen Beruf zum Einsatz kommen. Dabei geht es lediglich darum, nach einem besonderen Ereignis oder einem harten Arbeitstag noch einmal mit den Kollegen zu reden. Dabei werden unterschiedliche Sichtweisen diskutiert und das Gehirn kann die Eindrücke und den Stress des Tages wesentlich einfacher verarbeiten.

2. Legen Sie Ihre Arbeitskleidung ab, wenn Sie in den Feierabend gehen
Was bei medizinischen Berufen selbstverständlich ist, sollte auch in allen anderen Berufen so praktiziert werden. Legen Sie nach Ihrem Arbeitstag die Arbeitskleidung ab und ziehen Sie stattdessen Freizeitkleidung an. Mit dieser, manchmal symbolischen, Handlung signalisieren Sie Ihrem Unterbewusstsein, dass die Arbeit jetzt vorbei ist und Sie ab sofort eine andere „Rolle“ spielen.

3. Erkennen Sie „Energieräuber“ und schützen Sie sich dagegen
Für esoterisch veranlagte Menschen gehört es dazu, dass sie einen so genannten „Schutzstein“, meist Schorl oder Turmalin, bei sich tragen um sich gegen negative Energien anderer Menschen zu schützen. Das muss aber nicht unbedingt sein. Erkennen Sie einfach, wer Ihnen im Arbeitsalltag am meisten Energie abzieht und wappnen Sie sich mental dagegen. Das kann passieren, indem Sie sich zum Beispiel nicht voll auf die betreffende Person konzentrieren sondern zwischendurch ganz einfach mal Ihre Sinneseindrücke auf andere Sachen fokussieren – schwierig wird es jedoch, wenn der Chef selbst der Energieräuber ist.

4. Pflegen Sie ein Hobby
Legen Sie sich ein Hobby zu, falls Sie noch keines haben. Am besten eignen sich dafür Tätigkeiten, die im Freien ausgeübt werden. Wie Joggen, Wandern oder andere Outdoor-Sportarten. Auch Indoor-Hobbies sind natürlich dafür geeignet, wichtig ist jedoch, dass diese Tätigkeit nichts mit Ihrem Beruf zu tun hat und Sie sich voll und ganz auf die ausgeübte Tätigkeit konzentrieren können. Wenn das der Fall ist, haben Sie damit einen wunderbaren Ausgleich zu Ihrem Beruf. Am besten haben es natürlich Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.

5. Kappen Sie nach Feierabend die Verbindung zu Ihrem Arbeitsplatz
iPhone, Blackberry & Co. sind zwar echte technische Leckerbissen, können aber auch dazu führen, dass man eigentlich nie Feierabend hat. Die ständige Erreichbarkeit verursacht einen fast unmerklichen aber deutlich vorhandenen Grund-Stresspegel, der in der Freizeit absolut keinen Platz hat. Ausnahme sind hier natürlich Bereitschaftsdienste, in denen man für die Erreichbarkeit auch bezahlt wird. Ansonsten gilt aber: Schalten Sie Ihr Mobiltelefon oder Ihr Laptop nach Feierabend aus, denn nur dann haben Sie auch wirklich Feierabend.

6. Verbringen Sie Zeit mit Freunden, die keine Arbeitskollegen sind
Ein Freundeskreis, der nicht nur aus Arbeitskollegen besteht, kann von großer Wichtigkeit sein. Natürlich ist es manchmal hilfreich, wenn man auch in der Freizeit mit „Eingeweihten“ über seinen Stress bei der Arbeit reden kann, das sollte jedoch die Ausnahme sein und nicht die Regel. Denn mit den Arbeitskollegen kann man zwar den eigenen Stress etwas aufarbeiten, nimmt jedoch auch etwas von deren Problemen wieder mit auf die Arbeit und in die Freizeit.

7. Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf
Die Struktur des Tagesablaufes ergibt sich bei vielen Berufen aus der Arbeit selbst. Doch gerade für Homeoffice-Arbeiter ist es enorm wichtig, einen strukturierten Tagesablauf zu haben. Sonst hat man nämlich immer erst Feierabend, wenn der Computer aus ist. Grundvoraussetzung dafür, ist ein eigenes Büro oder zumindest einen Raum, in dem man sich zum arbeiten zurückziehen kann. Festgelegte Essenszeiten und Arbeitszeiten, die durchaus auch einen flexiblen Anteil beinhalten können, sind ebenfalls notwendig.

Wenn Sie nur einige der oben genannten Tipps beherzigen, werden Sie es künftig vielleicht besser bewerkstelligen können, das richtige Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Ihre Arbeitskollegen und Ihre Familie werden Ihnen dankbar dafür sein, denn mit ausgeglichenen Menschen umgibt man sich gerne.

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)