…dann steckt meist eine falsche Arbeitseinstellung dahinter! Dieses Postulat wollen wir im heutigen Wort zum Freitag mit knallharten hochspekulativen Thesen felsenfest untermauern. Dazu stellen wir zuerst einmal das folgende Szenario vor: Freitag 14:00, Feierabend – das Wochenende im Familienkreis steht unmittelbar bevor.
Der Arbeitnehmer Horst M. schlägt mit seinem tiefergelegten Firmenwagen die Richtung „Sweet Home“ in Form eines neugebauten Einfamilienhäuschens ein, wo er von seiner (vielleicht etwas genervten) Frau und den drei (eventuell quengelnden) Kindern bereits sehnsüchtig erwartet wird.

Der ausgemergelte Gemütszustand des Ehemannes wird von der Familie nicht wirklich wahrgenommen und so prasseln gleich mehrere Anfragen und Forderungen auf den armen Menschen ein, welche selbstverständlich auch sofortige Entscheidungen erfordern – und zwar noch bevor Horst M. die Schwelle seines Hauses überschritten hat. Nachdem er in Erfahrung gebracht hat, dass er den Gartenzaun reparieren, den Keller aufräumen und die Rasenkanten trimmen muss, zum persönlichen Elterngespräch in der Schule erscheinen soll und das Girokonto maßlos überzogen ist, lässt er sich zuerst einmal mit leerem Blick auf die Couch fallen.

Seine Aussage, dass er nach einer 60-stündigen, sehr anstrengenden Arbeitswoche zwei Stunden Ruhe haben möchte, bevor er mit den geforderten Arbeit beginnt, stößt auf allgemeines Unverständnis. Vorläufiges Ende des Szenarios. Eine solche Situation kann durchaus einmal vorkommen und die Familienmenschen unter uns haben das sicher auch schon erlebt. Wenn sich solche Begebenheiten jedoch wöchentlich und vielleicht auch noch jahrelang wiederholen, dann hat Horst M. bald ein großes Problem. Nein, wir benutzen hier nicht den Anglizismus, der zurzeit so in Mode ist.

In jede berufliche Beschäftigung muss Energie investiert werden, dafür wird man ja schließlich bezahlt. Wenn ein Arbeitnehmer jedoch im richtigen Beruf ist oder er die richtige Arbeitseinstellung hat, dann gibt ihm seine Arbeit die investierte Energie im Übermaß zurück. Manche Menschen haben einen körperlich anstrengenden Job oder einen Beruf, der für seinen hohen Stresspegel berüchtigt ist – und doch kommen sie nach Feierabend von der Arbeit nach Hause als hätten sie den kompletten Tag in einem Wellness-Tempel verbracht. Andere Menschen gehen einer nicht sonderlich anstrengenden Beschäftigung nach und kommen wir gerädert nach Hause.

Woran liegt das? Die einen haben eben Spaß an ihrer Arbeit und die anderen nicht – so einfach ist es wirklich! Zufriedenheit und Spaß an der Arbeit hängen für viele Arbeitnehmer mit dem Arbeitsumfeld, der Bezahlung, der Wertschätzung und der Tätigkeit selbst zusammen – aber sind das wirklich die einzigen Faktoren? Wir behaupten, dass nahezu jede Arbeit erfüllend sein kann, wenn man sie nur mit völliger Akzeptanz und so gut wie es irgendwie geht verrichtet. Wenn auch die anspruchslosesten Arbeiten mit Freude und einem gewissen Maß an Enthusiasmus erledigt werden, dann werden anspruchsvollere Aufgaben folgen.

Wenn unser Horst M. von sich selbst behaupten könnte, dass er seinen Job wirklich toll macht und dass er selbst mit seiner Arbeit zufrieden ist – unabhängig davon was Vorgesetzte oder Arbeitskollegen sagen, dann würde er mit einem wesentlich höheren Energiepegel ins Wochenende starten. Ausnahmen gibt es natürlich immer, wenn wir uns jedoch einmal selbst beobachten, dann werden wir feststellen, dass es immer zwei Wege gibt eine unbeliebte Arbeit zu erledigen. Mit einer ablehnenden Einstellung oder mit einer akzeptierenden Einstellung. Die ablehnende Haltung raubt uns viel Energie und das dadurch entstandene Arbeitsergebnis macht uns sicher nicht glücklich. Es geht aber auch anders, man muss sich nur dafür entscheiden.

Bildnachweis: @istockphoto/graytln

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