StatistikIm Rahmen des DAK Gesundheitsreports 2012 wurde im Februar dieses Jahres eine Erhebung veröffentlicht, welche die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit (AU-Tage je Fall bei DAK-Mitgliedern) von Frauen und Männern bei psychischen Erkrankungen abbilden soll – die Statistik vergleicht dabei die Jahre 2006 und 2011. Dass die Krankheitstage in Folge psychischer Erkrankungen zugenommen haben, ist eine Tatsache, die durchaus zu vermuten war.

Am deutlichsten ist die Zunahme der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen, wie Burnout, bei den weiblichen Arbeitnehmern festzustellen. Im Jahr 2006 waren in Deutschland Frauen im Durchschnitt 26,6 Tage wegen psychischer Störungen arbeitsunfähig – 2011 waren es bereits 30,1 Tage. Das entspricht einer Steigerung von fast 13% in einem relativ kleinen Zeitraum von fünf Jahren.

Bei den den Männern stieg die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer von 28,1 Tagen im Jahr 2006 auf 30,9 Tage im Jahr 2011 an. Das entspricht einer Steigerung von circa 10%. Unabhängig vom Geschlecht fehlten deutsche Arbeitnehmer 2011 pro Fall also durchschnittlich 3,2 Tage mehr als fünf Jahre vorher. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Zahlen in den nächsten zwei Jahrzehnten entwickeln werden.

Die Zahlen werfen die Frage auf, wie man diesen Entwicklungen positiv durch Präventionsmaßnahmen entgegenwirken kann. Manche Firmen haben die Zeichen der Zeit schon erkannt und bieten ihren Mitarbeitern Coaching, Supervision und andere Hilfestellungen bei psychischen Erkrankungen an. Hier kommt allerdings erschwerend hinzu, dass solche Hilfsangebote oft nur zögerlich angenommen werden, weil die Betroffenen in manchen Berufen Angst haben sich zu outen oder ihre Stellung zu verlieren.

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