Fraunhofer Academy präsentiert auf der CeBIT berufsbegleitende Angebote

Vor über einem Jahr titelte der VDI (Verein Deutscher Ingenieure), dass sich die „Bauingenieure mehr Weiterbildung wünschen“. So zumindest lautete das Resümee der Umfrage der Weiterbildungskampagne „VDI educating“ von 2010. Die zweite Umfrage in diesem Jahr zeigt keine großen Veränderungen – erklärt aber einiges mehr.

In der Bautechnik-Branche hielten im Jahr 2010 40% der Befragten die ihnen angebotenen Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb für unzureichend. Das VDI Wissensforum hat im Rahmen seiner Weiterbildungsinitiative „VDI educating“ Fach- und Führungskräfte befragt, die eine deutliche Lücke zwischen Bedarf und Umsetzung von Weiterbildungsangeboten attestierten. Insgesamt wurden die Meinungen von 500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen in sieben Ingenieursbranchen ausgewertet (darunter Automobil, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststoffindustrie, Prozessindustrie, Energie, Landtechnik und Bautechnik).

Besonders die fachlichen Qualifikationen der Mitarbeiter sind nicht nur für den beruflichen Erfolg der Arbeitskräfte, sondern auch für den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens entscheidend – so der einstimme Tenor unter den Befragten. Fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer gab in der Umfrage von 2012 zu Bedenken, dass technische Fach- und Führungskräfte zu wenig Weiterbildung erhalten. 14,7% gaben an, dass in ihrem Unternehmen ein Missstand auf diesem Sektor herrscht.

Nur wer handelt, bleibt langfristig wettbewerbsfähig

Timo Taubitz, Geschäftsführer des VDI Wissensforums, gibt zu bedenken: „Dieses Ergebnis ist nicht nachvollziehbar. Erstaunlicherweise erkennen so gut wie alle Geschäftsführer und Personaler den hohen Stellenwert der Weiterbildung an – jedoch handeln nicht alle auch entsprechend konsequent. Nur wer den Worten auch Taten folgen lässt, bleibt am Puls der Zeit und damit wettbewerbsfähig.“

Die Kampagne hat deutlich gemacht, dass die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten, die zunächst in der ersten Umfrage attestiert wurden, in der aktuellen Befragung nun auch von Personalern und Geschäftsführern bestätigt wurden. Allerdings gaben mehr als die Hälfte der Befragten Personalberater an, dass die Angebote von den Mitarbeitern häufig als geringer wahrgenommen werden, als sie tatsächlich sind. Auf der anderen Seite  sind weniger  als die Hälfte der befragten Mitarbeiter der Meinung, ihr Unternehmen investiere mehr in die Weiterbildung als andere Unternehmen. Diese Ergebnisse zeigen, dass es notwendig ist, Weiterbildungsangebote transparent zu machen und sie ggf. auch aktiv zu bewerben.

Dabei spielt Weiterbildung die wichtigste Rolle, um qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Nahezu alle Befragten beider Gruppen gaben an, dies sei die effektivste Methode, um Fachkräfte in ihrem Job auf Dauer zufrieden zu stellen. In den kommenden Jahrzehnten werden die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen vor großen personellen Problemen stehen: 72 Prozent sehen zukünftig Probleme beim Recruiting von Nachwuchsingenieuren. Zugleich wird das Know-How älterer Ingenieure fehlen, wenn diese in den kommenden Jahren in Rente gehen. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen ebenfalls eine schwere Aufgabe darin, erfahrene Ingenieure im internationalen Wettbewerb halten zu können. Die große Mehrheit der Branche setzt bereits auf flexible Arbeitszeitmodelle und auf die Unterstützung von Familie und Beruf. Zusätzlich sollen Mitarbeiterversorgungen und Prämien die Fachkräfte stärker binden.

Doch die Weiterbildung muss noch mehr ins Blickfeld der Verantwortlichen rücken, so Taubitz: „Wenn Unternehmen Weiterbildungsmöglichkeiten als wichtigstes Mittel sehen, um gute Mitarbeiter zu halten und gleichzeitig befürchten, Probleme beim Recruiting und beim Verlust von Know-how zu bekommen, liegt es auf der Hand, dass sie schon heute für morgen qualifizieren sollten“.

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