Die Hälfte aller Berufstätigen zwischen 16 und 60 Jahren hat bereits eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Weiterhin sehen aber viele keinen Bedarf oder sind desinteressiert.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Absicherung, die seit elf Jahren nicht mehr Bestandteil der gesetzlichen Versicherungsleistungen ist. Alle nach 1961 Geborenen sind also darauf angewiesen, sich privat zu versichern. Dabei trifft das Risiko nicht nur Ältere. Gerade auch Berufseinsteiger sollten sich mit diesem Thema auseinandersetzen und können vor allem ihr junges Alter und ihre gute Gesundheit nutzen, um eine Versicherung zu günstigen Konditionen abzuschließen.

Aus der Befragung der Marktforschungsgesellschaft forsa haben die Gothaer Versicherungsbank sowie das F.A.Z-Institut ein Studie entwickelt, derzufolge es deutlich mehr Männer als Frauen sind, die eine solche Versicherung abschließen. Die Tendenzen sind allerdings bei beiden Geschlechtern steigend. So wollen vier Prozent der Befragten ihren Schutz in den kommenden Jahren aufstocken und acht Prozent der Nichtversicherten wollen bis 2015 erstmalig eine Police aufnehmen.

Prognosen zufolge haben viele Berufstätige auf lange Sicht ein vergleichsweise hohes Risiko, im Laufe ihres Erwerbslebens einmal berufsunfähig zu werden. Zu den „gefährlichsten Berufen“ gehören solche wie Gerüstbauer, Dachdecker, Bergleute, aber auch der Lehrerberuf. Dabei sind es aber nicht immer die körperlich anstrengenden Berufe, in denen eine Gefährdung besteht. Schwere Erkrankungen, wie Krebs, kommen direkt hinter den Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dicht gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychischen Krankheiten. Vor allem Letztere werden immer häufiger zu einem Berufsrisiko.

Die meisten Befragten erwarten bei einer Berufsunfähigkeit Hilfe von staatlicher Seite in Form von Rentenauszahlungen. Viele verlassen sich auch auf die Leistungen der Krankenkasse oder auf das Einkommen des Lebenspartners. Auch das eigene Vermögen und die Hilfe von Verwandten und Bekannten werden als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung genannt. Doch in vielen Fällen droht der Lebensstandard rapide zu sinken. Viele befürchten auch die Arbeit in einem weniger qualifiziertem Beruf, einen Statusverlust und familiäre Probleme.

Die Anforderungen sind hoch. Um einen zufriedenen Lebensstandard genießen zu können, müssten die meisten Befragten laut eigener Aussage einen monatlichen Rentenbeitrag von 1500 Euro von der Versicherung ausgezahlt bekommen. Daher wünschen sich viele Versicherungsnehmer eine gewissen Beitragsflexibilität, angepasst an der eigenen Lebenssituation. Die Versicherungen arbeiten, wie die Studie zeigt, daran, diesen Bedarf zu erkennen und entsprechende Produkte zu entwickeln. Eine Druckversion der Studie findet sich auf www.gothaer.de.

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