„…für die Bildung tun sie nichts“? Das stimmt so nicht. Das statistische Bundesamt hat nun neue Angaben veröffentlicht, die sich auf die finanziellen Ausgaben der Bundesrepublik pro Schüler beziehen. Eine spezielle Berechnungsmethodik ermöglicht den direkten Vergleich, trotz unterschiedlicher Bildungssysteme der Länder. Der Ausgabentrend zeigt, allem Pessimismus zum trotz, nach oben.

Je Schüler werden in bundesdeutschen Durchschnitt 4400 Euro für Personal, 700 Euro für laufenden Sachaufwand und 400 Euro für Investitionen ausgegeben. Damit sind die Personalausgaben der dominierende Faktor, wie die aktuelle Analyse zeigt. Insgesamt werden 5500 Euro im Jahr für einen Schüler ausgegeben, wovon 4200 Euro von der staatlichen Ebene kommen.

Bei den Grundschulen und Realschulen lagen die Ausgaben am niedrigsten. Ein Grundschüler bekam 2009 im Schnitt 4800 Euro pro Jahr, ein Realschüler 5100 Euro. Ein Gymnasialschüler hingegen bekam 6200 Euro im Jahr. Spitzenreiter sind jedoch die Hauptschüler mit 6700 Euro pro Schüler.

Auf dem Bildungsgipfel in Dresden 2008 wurde festgelegt, dass bis 2015 insgesamt 10% des Bruttoinlandsproduktes für Bildung und Forschung zu verwenden sind. Besonders wichtig ist hierbei die Ausstattung der einzelnen Bildungsbereiche mit Finanzmittel.

Die Entwicklung ist insgesamt positiv. Die Ausgaben an öffentlichen Schulen sind im Vergleichszeitraum zwischen 1995 und 2009 um ca. 27% gestiegen. Zwar ist durch die unveränderte Berechnungsmethode eine Vergleichbarkeit der Daten gegeben. Allerdings sollte man auch anmerken, dass Tariferhöhungen und Preissteigerungen einen Teil dazu beigetragen haben, die Ausgaben zu erhöhen. Ob also tatsächlich eine bessere finanzielle Versorgung zu verzeichnen ist, mag bezweifelt werden.

(Die Daten beziehen sich alle auf den Bericht Bildungsausgaben, 2012)

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