Auch der Boys‘ Day hat uns schon wieder eingeholt – heute haben insgesamt über 33.000 Jungs einmal die Gelegenheit in typische Mädchenberufe hinein zu schnuppern. Also einen Tag lang weg von Pfeil und Bogen, runter vom Feld und rein in die Höhle zum Lagerfeuer.

Einfach mal sehen, wie Frau etwas kocht, wie Frau die Kinder von anderen Frauen betreut oder zusehen wie Frau die alten Leute pflegt. Dank irgendeines klugen Kopfes, der sich offenbar den Fahnen der Gleichberechtigung verschrieben hat, gibt es nämlich dieses Jahr schon zum 2. Mal den Aktionstag extra nur für Jungs und als Pendant zum Girls‘ Day (den gibt es nämlich schon ein wenig länger…)

Und wir haben natürlich auch dieses Jahr die allerbesten, witzigsten und seltsamsten Unternehmungen für euch zusammengefasst. Die absolute, nicht zu übertreffende und so nur einmal zu erlebende Top of Five der Boys‘ Day Aktionen 2012!

Übrigens: Natürlich gibt es auch, der besagten Gleichberechtigung sei Dank, die Top Five der Girls‘ Day-Aktionen.

5. Plötzlich alt!

Ach ja, das ist mir auch vor kurzem noch passiert. Man steht nichts ahnend irgendwo rum, wartet auf die Bahn, denkt an nichts Böses – und dann, völlig unerwartet, ist man plötzlich alt! Was für ein Schock.

Damit das möglichst wenigen Jungs passiert, gibt es zum Glück heute bei der Hochschule Heilbronn den Alterssimulator. Einfach mal einen Tag lang nach Herzenslust mit 5 Dioptrien, dafür extra in Gips einbalsamierten Gichtgelenken und einem künstlich in die Höhe gebrachten Bluthochdruck eine kleine Spritztour durch die Heilbronner City – super!

4. Let’s talk about Sex – Was macht so ein Sexualpädagoge?

Ok, es liegt wahrscheinlich alleinig an meiner schlechten Erziehung, meiner verkorksten Kindheit oder einfach an meiner blühenden Fantasie. Aber wie soll man das bitte jetzt genau verstehen: „Wir werden uns Filme anschauen und bewerten, Methoden ausprobieren und einfach ein wenig über Sex im allgemeinen und speziellen quatschen.“

WAS für Filme werden da angeschaut, WAS für Methoden ausprobiert? Und was ALLGEMEIN und SPEZIELL in diesem Zusammenhang heißen soll, will ich gar nicht wissen…

3. An die Töpfe fertig los

Natürlich sollte bei unseren Top of Five auch eine Kochaktion dabei sein. Also: An die Töpfe, fertig, los! Um 8.30 gibt es erst einmal eine Begrüßung an der Telefonzentrale (warum jetzt gerade da, weiß kein Mensch…) Und dann geht’s los an die Töpfe: „Schmackhaft, schnell und preiswert etwas zuzubereiten“ Ja, das ist immer wichtig, schmecken sollte es irgendwie schon, von „schnell“ zu reden bei einer geplanten Kochzeit von 9.00 bis 11.45h finde ich jetzt ein wenig übertrieben und ja „preiswert“ – `Geiz ist geil´, `Billig – will ich´. Kennt man ja.

Und noch eine wichtige Frage wird geklärt: „Welche Geräte können ein schnelles Zubereiten von schmackhaften Speisen ermöglichen?“ Na da kann ich mir ja schon denken, was passiert: Tante Uschi kommt zwischendurch vorbei und stellt noch schön ein paar Tupper vor. Das UltraPro-Gartöpfchen, die Microplus-Rührkanne, den Reis-Meister, die UltraPro-Kasserolle, den Pasta-Meister, den CombiPlus-Messgenau, das Thermo-Duo, den MicroGourmet ….

2. Neue Männer braucht das Call Center

Is‘ klar.

Ist jetzt auch gar nicht böse gemeint, aber eigentlich braucht weder Mann noch Frau Callcenter…

1. Allein daheim? Kein Problem! Kleiner Haushaltsparcours für Jungs.

Das ist wirklich eine ganz großartige und sinnvolle Aktion: Ein echtes Survival-Camp für echte Männer. Dieses Angebot bereitet zwar nicht direkt auf einen richtigen Beruf vor (es sei denn Mann möchte Hausmann werden – und die Diskussion, ob die hausfraulichen oder –männlichen Tätigkeiten als Job angesehen werden sollten oder nicht, sparen wir uns hier mal…)

Endlich werden den heranwachsenden Managern, Vorstandschefs und Baufirmabesitzern das beigebracht, was sie wirklich brauchen: „Wäsche sortieren, Waschen, Trocknen, Bügeln, Zusammenlegen, Knopf annähen.“

Ja, Wäsche muss sortiert werden, denn das weiße Konfirmationshemd versteht sich nur selten gut mit den bunten Wollpullovern. Gar nicht zu sprechen von champagnerfarbenen Spitzenhöschen (nur so für später und so)

Ja, Wäsche muss tatsächlich gewaschen werden, damit sie sauber wird. Sie tagelang getragen noch einmal in den Schrank zu knüllen, hilft nur bedingt gegen Dreck…

Ja, Wäsche fängt zwar auch irgendwann an in der Wäschetrommel oder im Wäschekorb zu trocknen – schneller geht es aber tatsächlich auf der Wäscheleine. Ehrlich!

Nein, Bügeln ist vööööllig überbewertet.

Jein, zusammenlegen der Wäsche spart zwar Platz und hässliche Knitterfalten. Allerdings weiß ich aus eigner Erfahrung, dass die spätestens nach einem halben Tag tragen auch so rausgehen…

Ja, Knöpfe annähen ist auf jeden Fall sehr, sehr wichtig. Aber ein kleiner Tipp: Gerade die Funktion des obersten Hosenknopfes (und der ist erfahrungsgemäß die Schwachstelle des Systems) lässt sich auch durch einen guten Gürtel ersetzen!

Und noch was ernstes zum Schluss: Natürlich finden wir den Boys‘ Day gut! Und gegenüber anderen spielen wir ja lediglich mit Klischees! :-)

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