Was bringt es, in Zeiten wie diesen ein Betriebswirtschaftsstudium anzufangen? Sollen wir nun alle Wirtschaftsexperten werden, damit wir die nächste Krise besser verstehen? Oder ist diese Branche auf dem absteigenden Ast?

BWL-StudentInnen haben es nicht leicht. An ihnen haftet seit langer Zeit das Klischee vom karriereorientierten Anzugträger. Gleichzeitig ist das Studium so beliebt wie kein anderes. Mehr als 25 000 Studienanfänger zählt das Fach jedes Jahr und nahezu 8% der Studierenden sind in diesem Studiengang eingeschrieben. Warum das Fach so beliebt ist, ist vielen Studienanfängern klar: Die Jobchancen sind nach einem BWL-Studium sehr gut. Dennoch verschätzen sich viele, denn schon zu Beginn stehen schwere Klausuren in Mathe und Statistik an. Jeder Vierte bricht das BWL-Studium ab. Das geht aus einer Befragung des HIS von aus dem Jahre 2006 hervor.

Der BWL-Bachelor

Hinzu kommt, dass durch die Einführung von Bachelor und Master das Studium stromlinienförmiger geworden ist. Sich intensiv und lange mit wirtschaftlichen Theorien auseinander setzen – dazu fehlt vielen Bachelorstudenten die Zeit. Was allerdings nicht bedeutet, dass dieser Teil wegfällt. Die Auseinandersetzung mit speziellen Fragen und Theorien wird dann eine Frage der Spezialisierung. Mittlerweile gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich zu spezialisieren. Über 300 Vertiefungsrichtungen werden in höheren Semestern angeboten. Derzeit gefragt ist kombiniertes Fachwissen zwischen IT und Wirtschaft gepaart mit Sprachwissen. Mehr zu den aktuellen Anforderungen findet sich auf www.bwl-studieren.com

BWL in der Wirtschaftskrise

Aber was genau bewirkt nun die Wirtschaftskrise? Die Bundesagentur für Arbeit hat 2009 zwar ein Fünftel weniger neuer Stellen gemeldet bekommen, allerdings waren sogar mehr Betriebswirte beschäftigt. Die Arbeitslosigkeit änderte sich in dem Zeitraum um nur 1%. Weniger Stellen gibt es vor allem in der Logistik und im Gewerbe, deutlich mehr stellen hingegen in der öffentlichen Verwaltung, bei Hochschulen, Behörden und Versicherungen.

Bisher zeigt sich die Zustimmung zum Studienfach BWL ungebrochen – trotz der Krisen, die derzeit in Europa vorherrschen. Einen entscheidenden Einfluss haben die Krisen jedoch auf den Inhalt des Studiums gehabt. Immer mehr Lehrpläne werden umgestrickt, um Platz zu schaffen für das Fach „Wirtschaftsethik“. Professoren erkennen, dass es zu diesem Thema in der Vergangenheit zu wenig Angebote gab. Die Wirtschaftskrise hat jedoch viele zu einem Umdenken gebracht. Vor allem der Respekt vor komplexen Problemen ist gewachsen.

Beruf: Wirtschaftsprüfer

Wer es sich zutraut, kann sich nach dem BWL-Studium auf den Beruf des Wirtschaftsprüfers konzentrieren. Zwar hat die Branche derzeit aufgrund der Krise sicherlich nicht den besten Ruf, allerdings ist derzeit eine sehr wichtige Tätigkeit, da sich gezeigt hat, dass die Prüfung von Bilanzen nicht verantwortungslos geschehen darf. Wirtschaftsprüfer widmen sich der Steuer- und Unternehmensberatung und wirken auch als Gutachter und Treuhänder. Neben Ehrlichkeit und Verschwiegenheit, den beiden charakterlichen Voraussetzungen dieses Berufs, tritt zunehmend die Verantwortung. Wer mehr über diesen Beruf erfahren möchte, der informiert sich am Besten auf www.beruf-wirtschaftspruefer.de

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