Im Ausbildungsjahr 2011 blieben bereits 30.000 Stellen unbesetzt – für das kommende Ausbildungsjahr sieht die Prognose nicht besser aus. Für ausbildungsinteressierte Jugendliche hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Nach Ergebnissen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden 2011 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 20.000 mehr Ausbildungsplätze angeboten und 10.000 mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen.

Die Kehrseite der Medaille bekommen dagegen die Ausbildungsbetriebe zu spüren: 2011 war es so schwierig wie seit 15 Jahren nicht mehr, freie Stellen zu besetzen. Knapp 30.000 Stellen blieben ohne passenden Bewerber, das sind rund 10.000 unbesetzte Stellen mehr als 2010.

Besonders Industrie, Handel und Gastronomie klagen über mangelnde Nachwuchskräfte. Während in anderen Berufsgruppen wie Tierpfleger oder Mediengestalter zum Teil doppelt so viele Bewerber wie Lehrstellen registriert sind, können in den Berufen Restaurantfachmann/-frau und Fachmann/-frau für Systemgastronomie bis zu 14 Prozent der freien Stellen nicht besetzt werden.

Nach Einschätzung führender Wirtschaftsverbände könnten in diesem Jahr insgesamt bis zu 75.000 Lehrstellen unbesetzt bleiben (Quelle: Welt). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) haben deshalb die Informationsoffensive „Berufliche Bildung – Praktisch unschlagbar“ gestartet. Damit soll die Attraktivität der dualen Berufsausbildung wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und junge Menschen für die Ausbildung begeistert werden.

Quellen: Bundesinstitut für Berufsbildung, Erhebung zum 30. September 2011; Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit, aus Gründen des Datenschutzes werden Werte kleiner 3
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