Die Suche nach einer Arbeitsstelle findet heute vor allem online statt.

Zeitungen drucken zwar auch immer noch viele Stellenanzeigen, aber auch diese sind dann im Regelfall im Internet abrufbar. Neben den Zeitungen gibt es mittlerweile eine endlose Anzahl von Jobbörsen im Internet, die alle versprechen die besten und meisten Jobs anzubieten. Aber was taugen diese Jobbörsen wirklich? Ein Test.

Die Anbieter

Es ist fast unmöglich alle Anbieter für Online Jobbörsen aufzuzählen. Sucht man „Jobsuche“ bei Google erscheinen dort zunächst folgende Anbieter

Erschöpfend ist diese Liste noch lange nicht. Alle werben mit Aktualität der Anzeigen, der besonders großen Anzahl an Anzeigen oder der Suche speziell für die eigene Region. Im Folgenden soll getestet werden, was die Suchmaschinen im Einzelnen ausmacht.

Die Suche nach Jobs

Zunächst bieten die meisten Anbieter eine Standardsuche an. Dabei gibt man lediglich ein Stichwort (in der Regel den Beruf) an und den Ort, in dem man arbeiten möchte sowie ggf. einen Umkreis um diesen Ort herum. Unterschiede gibt es eher in der erweiterten Suche der Anbieter. Die erweiterte Suche ermöglicht meistens noch die Eingabe eines einzelnen Unternehmens, die Vertragsart sowie die Branche, in der man einen Job sucht. Lediglich Jobscout24 bietet diese Erweiterung nicht an. Bei jobpilot.de wird man direkt in eine erweiterte Suche geschickt.

Die ausführlichste erweiterte Jobbörse bieten stepstone.de und monster.de, da hier auch der genaue Ausbildungsgrad und die Berufserfahrung eingegeben werden kann. Für die Jobsuche für Studentenjobs, Praktika und ähnliches bietet jobpilot.de die besten Eingabe-Kategorien.

Zwei Beispielsuchläufe

Um festzustellen, wie viele Stellen von den Jobbörsen angeboten werden und wie das Suchergebnis aussieht wird die Jobsuche anhand des Beispiels „Schlosser“ in Berlin durchgeführt. Erstaunlich sind vor allem die unterschiedlichen Anzahlen der Suchergebnisse. Diese reichen von 10 Ergebnisse bis hin zu 200 Ergebnisse (jobscout24.de und Bundesagentur für Arbeit). Die Anzahl entscheidet zwar nicht unbedingt über die Qualität der Jobbörsen. Aber es ist selbstverständlich wichtig, dass möglichst viele Unternehmen diese für ihre Bewerbersuche nutzen, weil nur dann auch viele Jobs in der Jobbörse angezeigt werden können. Eine tolle Suchmaschine ohne Angebote nützt Arbeitnehmern auf der Suche schließlich wenig.

Alle Suchmaschinen schließen ähnliche Berufsbezeichnungen mit ein (z.B. Industriemechaniker). Auch der Arbeitsort wird teilweise abgeändert, wobei hierauf meistens hingewiesen wird („Ähnliche Ergebnisse“). Bei stellenanzeigen.de wird die Suche nicht mit einem Stichwort durchgeführt, sondern anhand eines Arbeitsfeldes. Den Beruf des Schlossers darunter einzuordnen ist kaum möglich, da es weder die Kategorien „Industrie“, „Metallberufe“ oder „Mechaniker“ gibt. Die vorhandenen Kategorien deuten darauf hin, dass sich die Suchmaschine eher für Führungskräfte, Hochschulabsolventen und Dienstleistungsberufe eignet.

Die Suche nach Kategorien erfolgt über das Beispiel „Kindergarten, Erziehung“ in Münster. Auch hier gibt es verschiedenste Suchergebnisanzahlen. Diese reichen allerdings nur von 2 bis 35 Treffern. Das Ergebnis zeigt ein prinzipielles Problem der Jobbörsen im Internet. Soziale Berufe sind dort wesentlich seltener aufgezeigt als andere. Die Suche für diesen Tätigkeitsbereich erweist sich online als deutlich komplizierter. Die meisten Jobs bietet die Agentur für Arbeit (2.000 Stück), allerdings ohne die Einschränkung auf Münster, da dies in Kombination mit der Kategoriensuche nicht möglich ist. Bei den anderen Jobbörsen werden teilweise auch Jobs angeboten, die nur im weitesten Sinne in die Kategorien passen (z.B. Musikalische Früherziehung, Fitness-Trainer und Persönlichkeitscoach). Einige der Angebote sind außerdem lediglich Praktikumsstellen und keine Jobangebote.

Das Problem der Aktualität

Bei näherer Betrachtung der Angebote fällt auf, dass viele schon etwas älter sind. Es steht jedoch beispielsweise auf der Seite der Arbeitsagentur dabei, wie viele der Stellen noch offen sind. Auf Nachfrage bei einzelnen Firmen, stellt man jedoch fest, dass diese Angaben nicht stimmen. Obwohl angeblich noch zwei Stellen offen sind, ist eigentlich gar keine mehr zu vergeben. Es ist für den Nutzer somit sehr undurchsichtig, welche Jobs tatsächlich noch offen sind. Sich dabei allein auf das Einstelldatum der Anzeige zu verlassen ist fdabei auch nicht immer vorteilhaft. Es gibt schließlich Firmen, die sehr spontan suchen, aber eben auch andere, die weiter im Voraus planen. Wahrscheinlich liegt dieses Problem der Suchmaschinen hauptsächlich darin, dass die Anbieter nach der Einstellung der Anzeige nicht mehr kontaktiert werden. Eine kurze Anfrage an die Inseraten, ob der Job bereits vergeben werden konnte, wäre sicher hilfreich.

Fazit

Die Online-Jobbörsen sind sich alle ziemlich ähnlich. Die ein oder andere Suchmaschine hat noch zusätzliche Suchkategorien, die einzelnen Nutzern ggf. entgegenkommen, aber ansonsten sind die Suchmasken kaum voneinander zu unterscheiden. Auch die Ergebnisdarstellung ist meistens sehr übersichtlich und beinhaltet mehr oder weniger noch wichtige Details. Die komplette Anzeige kann dann per Mausklick angezeigt werden.

Die Vorteile einzelner Seiten ergeben sich lediglich durch die Quantität der Anzeigen: Je mehr Anzeigenkunden die Seite hat, desto mehr Stellen gibt es und desto bessere Angebote sind auch darunter.
Bezüglich des Sozialen Bereichs gibt es meiner Meinung nach noch Verbesserungsbedarf bei den Suchmaschinen, eventuell auch noch in anderen Bereichen (dazu müsste man noch mehr testen).
Problematisch an allen Suchmaschinen ist, dass man keinen guten Überblick über die Stellenangebote bekommt, sondern eher von Anzeigen erschlagen wird, die dann teilweise auch aus anderen Bereichen kommen.

Welche Anbieter besonders seriös sind oder nicht, kann auch nicht festgestellt werden. Außerdem werden häufig schon besetzte Stellen angezeigt. Wahrscheinlich liegen diese Probleme daran, dass die Anbieter der Online-Jobbörsen immer möglichst viele Ergebnisse anzeigen wollen, um dem Nutzer mit verschiedensten Angeboten entgegenkommt, der ja einen Job finden möchte. Vielleicht sollte die Qualität aber noch weiter ausgebaut werden.

Die Jobbörsen im Internet nutzen ihre Vorteile im Vergleich zu den Zeitungsanzeigen meiner Meinung nach noch lange nicht genügend aus. Eigentlich könnten die Anzeigen aktueller, multimedialer und mit mehr Kontaktmöglichkeiten zum Anzeigenersteller versehen sein. Den Möglichkeiten sind da eigentlich kaum Grenzen gesetzt!

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