Die Digitalisierung der Lernformen ist auch heute noch ein umstrittenes Thema. Und dennoch gibt es unzweifelhaft einen Trend, dem sich auch die Universitäten nicht mehr verschließen können. Die übliche Sprechstunde beim Professor könnte bald der Vergangenheit angehören. Moodle bietet als Lernplattform über den üblichen Material-Austausch hinaus auch Kommentar-Funktionen des Dozenten an, die den Studenten zeitnah eine fachspezifische Rückmeldung geben. Das Programm gewährt in virtuellen Kursräumen sogar den Einblick in laufende Arbeiten, sofern dies erwünscht ist. Damit kann sich die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten sogar verbessern. Auch die Transparenz der Korrektur erhöht sich.

Terminverwaltung und Projektplanung auf einer Ebene

MoedleDie direkte Kommunikation und Koordination gehören zu den großen Stärken von Moodle. Bei kleineren Kursen besteht die Möglichkeit, Kurstermine enger aufeinander abzustimmen. Das virtuelle Informationsmanagement läuft dem Schwarzen Brett schon jetzt an vielen Universitäten den Rang ab. Aber auch qualitative Fortschritte lassen sich bei der Bearbeitung wissenschaftlicher Arbeiten feststellen. Referate und längerfristige Projekte werden mit Hilfe von Moodle genauer koordiniert und kontrolliert. Studenten erhalten bei aktiver Nutzung des Systems ein früheres Feedback, wenn sie bei laufenden Arbeiten das Gefühl haben, sich irgendwie verrannt zu haben. Das kann lästige und zeitaufwendige Nachkorrekturen ersparen. Der fachliche Austausch unter Professoren und Dozenten läuft an vielen Universitäten nunmehr reibungsloser ab, weil die virtuelle Präsenz auch dem Lehrpersonal neue Zeitkapazitäten gibt. Bei allen Vorteilen dieses zentral verwalteten Informationsmanagementsystems muss man allerdings hinzufügen, dass das persönliche und vertrauliche Gespräch mit dem Lehrbeauftragten nie ganz ersetzt werden kann. Moodle ist daher als eine ergänzende Plattform zu verstehen, die auch bei Fernstudiengängen den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann.

Dokumentation und Vernetzung durch Digitalisierung

Bei komplexen Themen hilft allen Anwendern eine zeitnahe und stufenweise Dokumentation der Arbeitskapitel. Eine entsprechende Archivierung kann themenspezifisch zugeordnet werden und bietet auch den Dozenten wertvolle Hinweise für eigene Forschungsarbeiten, die sie dann digitalisiert aus dem Archiv schnell abrufen können. Die Vernetzung von Wissen spielt auch bei internationalen Projekten bereits eine große Rolle. Der Austausch über eine Software ist allein durch die Geschwindigkeit der Informationsübertragung ein großer Vorteil und erlaubt neue dynamische Arbeitskooperationen auf internationaler Ebene. Digitalisierte Hilfsmittel gehören heute zum Repertoire jeder Universität. Man muss unterdessen kritisch anmerken, dass sich auch die Systemabhängigkeit mit dem verstärkten Einsatz erhöht. Es kommt also wie immer auf die richtige Dosierung bei der Nutzung an. Zugleich sind immer wieder datenschutzrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, die mit der Registrierung der Anwender und Nutzer verbunden sind. Insgesamt aber stellt Moodle als Software eine echte Bereicherung der Weiterbildungslandschaft dar.

Bildnachweis: @istockphoto/skynesher

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)