Azubi AuslandAuslandsaufenthalte während des Studiums sind schon seit vielen Jahren Gang und Gebe. In der dualen Ausbildung in Deutschland hingegen nutzen nur sehr wenige junge Erwachsene diese Möglichkeit. Dabei sind die Bedingungen eigentlich ähnlich wie im Studium.

Welche konkreten Auslandsaufenthalte gibt es in der Ausbildung?

Die Angebote für einen Auslandsaufenthalt während der dualen Ausbildung sind vielfältig. Möglich sind vor allem Praktika im Ausland, aber man kann durchaus auch einen Teil der Ausbildung oder die gesamte Ausbildung im Ausland absolvieren.

Dabei wird dann ein beruflicher Abschluss erworben, der sowohl in Deutschland als auch in dem betreffenden Land anerkannt ist.

Die Möglichkeiten unterscheiden sich jedoch je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsform. Einige größere Unternehmen haben mehr Erfahrung mit dem Auslandsaustausch und auch die Berufsschulen sind teils besser, teils schlechter auf die Wahrnehmung dieser Möglichkeiten vorbereitet.

Wie genau werden Auslandsaufenthalte während der Ausbildung organisiert?

Grundsätzlich organisiert der Auszubildende den Auslandsaufenthalt selbst. Wenn er schon vor Ausbildungsbeginn weiß, dass er dies tun möchte, informiert sich deshalb am besten bereits frühzeitig über die Möglichkeiten, die die einzelnen Betriebe und Berufsschulen bieten.

Denn es gibt Ausbildungs-Programme, die den Auslandsaufenthalt fest eingeplant haben – so gibt es auch keine Probleme bei der Anerkennung dieser ausländischen Ausbildungszeit.

Prinzipiell kann man sich hierüber bei den jeweiligen Kammern informieren oder beim Europaservice der Bundesagentur für Arbeit. Wer bereits in einem Unternehmen ist oder weiß, in welchem Unternehmen er gerne eine Ausbildung machen möchte, kann sich auch über Tochterunternehmen oder einzelne Filialen im Ausland informieren.
Die Finanzierung ist oftmals durch das EU-Förderprogramm „Leonardo da Vinci“ gesichert bzw. wird dadurch unterstützt. Werden nur Teile der Ausbildung im Ausland absolviert oder handelt es sich um ein Praktikum, so wird jedoch auch häufig die Ausbildungsvergütung aus Deutschland weiter gezahlt.
Interessante Informationen zum Auslandsaufenthalt finden sich aber auch im Internet, wie zum Beispiel auf den Homepages der Initiative Mobilitätscoach und der Seite der DIHK.

Was bringt ein Auslandsaufenthalt in der Ausbildung?

Ein Vorteil von Auslandsaufenthalten liegt sicherlich in der Steigerung der Fremdsprachenkompetenz. Entweder kann eine schon in der Schule gelernte Sprache aufgefrischt und für den beruflichen Sektor ausgebaut werden oder aber es wird eine ganz neue Sprache dazu gelernt.
Ebenso werden persönliche Kompetenzen durch Auslandsaufenthalte gefördert und für zukünftige Arbeitgeber kenntlich gemacht. So kann die Zeit im Ausland auch als Zeichen für Offenheit, Flexibilität, Neugierde und Willensstärke angesehen werden.

Wie können mehr Auszubildende für einen Auslandsaufenthalt gewonnen werden?

Bislang nutzen weniger als ein Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der beruflichen Erstausbildung die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten. Diese Zahl ist verschwindend gering. Eine Ursache hierfür liegt wahrscheinlich darin, dass die Auszubildenden nicht genau über ihre Möglichkeiten aufgeklärt werden. Innerhalb der Ausbildung muss das Thema demnach stärker in den Mittelpunkt gerückt und beworben werden. Ein Bericht zur Mobilität von Auszubildenden kommt zu demselben Ergebnis:

Die Bedeutung von Mobilität und internationalen Erfahrungen müsse mehr ins Bewusstsein kommen und vor allem den Unternehmen und Ausbildern nahegebracht werden.

Neben der Unwissenheit spielt aber auch Angst eine große Rolle. Die unterschiedlichen Ausbildungssysteme in Europa und weltweit machen Vergleichbarkeit schwer. Gerade die besondere Form der dualen Ausbildung in Deutschland macht dies nicht leichter. Viele Auszubildende fürchten, dass im Ausland erworbene Fähigkeiten und Kenntnisse nicht anerkannt werden und dass die Ausbildung aufgrund der Zeit im Ausland verlängert werden muss. Diese Angst könnte in Zukunft durch den Europäischen Qualifikationsrahmen verbessert werden, der die Vergleichbarkeit erhöhen soll. Aber generell erscheinen mögliche Ausbildungsverkürzungen beim Verzicht auf einen Auslandsaufenthalt doch noch zu verlockend.

Wichtig ist es auf jeden Fall, dafür zu werben und alle Nachteile für die Teilnehmer an derartigen Programmen aus dem Weg zu räumen. Denn auch derartige Erfahrungen machen Fachkräfte aus und gehören in einem sich internationalisierenden Arbeitsmarkt einfach dazu.

 

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