Die Situation an deutschen Hochschulen bleibt vorerst angespannt. Wie die Süddeutsche Zeitung mitteilt, werden erstmals 2,5 Millionen Menschen in Deutschland studieren.

Auch dieses Jahr liegt wieder ein Hoch von aktuell 493 000 Neueinschreibungen an den deutschen Hochschulen vor. Das sind nur knapp 26 000 Anmeldungen weniger als im vorigen Rekordjahr. Die Kultusminister der Länder rechnen auch in den nächsten Jahren nicht mit Entspannung. Der Rekordwert vom Vorjahr ist vor allem auf den Wegfall der Wehrpflicht zurückzuführen. Im nächsten Jahr wird mit einem neuen Höchststand aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge gerechnet.

Hinzu kommt, laut Bericht der SZ, dass Deutschland für immer mehr ausländische Bürger attraktiv wird. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen genießt das deutsche Hochschulsystem international einen noch immer sehr guten Ruf – trotz der nicht abreißenden Kritik am Bachelor- und Mastersystem. Zum anderen sorgen Familiengründungen ausländischer Studierender und andere soziale Kontakte für einen weiteren Zustrom aus den jeweiligen Ländern. Letztes Jahr hatten 14 Prozent der neu Immatrikulierten ihre Hochschulreife nicht in Deutschland erworben.

Auch im nächsten Jahr gilt der vom Bund beschlossene Hochschulpakt, der die Länder finanziell in geburtenstarken Abi-Jahrgängen unterstützen soll. 50 Prozent der Kosten pro zusätzlichen Studienplatz werden dann vom Bund übernommen. Doch die angeschlagenen Finanzmittel werden kaum ausreichen. Statt der 275 000 zusätzlichen Plätze sind es jetzt schon über 600 000. Und die Mittel werden voraussichtlich 2014 bereits aufgebraucht sei.

Das passt vor allem nicht mit der Sparpolitik von Bundesfinanzminister Schäuble zusammen. Ab 2014 soll der Bildungsetat nicht mehr angehoben werden. Doch es scheint, als wenn genau dies notwendig werden könnte. Die Bildungspolitiker in Deutschland, allen voran die Kultusministerkonferenz, werden auch in den nächsten Jahren die Sache nicht „aussitzen“ können. Gerade in Ballungsräumen sind die Studienbedingungen an den staatlichen Hochschule oft nur als ausreichend zu bezeichnen.

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