Die Annahme, dass nahezu alle Menschen in der Bundesrepublik Deutschland das Internet nutzen ist zwar durchaus verständlich aber nicht ganz zutreffend. Gerade die ständig steigenden Nutzerzahlen in sozialen Netzwerken legen die Vermutung nahe, dass ohne die Kontaktpflege über das World Wide Web eigentlich gar nichts mehr geht. Zum Thema Internet-Nutzung hat TNS Infratest von 2002 bis 2011 über 30.000 Menschen befragt und die Ergebnisse dieser Erhebung lagen etwas abseits der Vorstellung, dass jeder Deutsche sich Tag für Tag am Online-Datenstrom beteiligt. Auch im Hinblick auf den Bildungsstand der Nutzer, war die o.g. Befragung sehr interessant und aufschlussreich.

Der Anteil der Internet-Nutzer mit Volks- oder Hauptschulabschluss hat sich von 2002 bis 2011 mehr als verdoppelt, lag aber im Jahr 2011 mit 60,5 % immer noch circa ein Drittel unter dem Anteil der Nutzer, welche die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erreicht haben. Die Gesamtheit der Schüler kommt auf einen Nutzer-Anteil von 97,7%. Das ist nicht sonderlich überraschend in einer  Zeit, wo jede einzelne Schulklasse ein eigenes Forum oder eine Gruppe auf Schul-Webseiten oder in sozialen Netzwerken unterhält.

Ziemlich genau in der Mitte der Nutzerzahlen, zwischen Hauptschülern und Abiturienten, bewegt sich mit 78,8% im Jahr 2011 der Anteil der Internet-Nutzer, die weiterführende Schulen wie die Realschule besucht haben. Die prozentuale Differenz der Nutzerzahlen zwischen den einzelnen Bildungsabschlüssen hat sich jedoch in den letzten neun Jahren immer mehr ausgeglichen. Wenn sich die Online-Medien in den nächsten Jahren weiterhin so rasant weiterentwickeln, dann werden bis zum Jahr 2030 in puncto Internet-Nutzer nach Bildungsstand wohl nur noch Abweichungen im einstelligen Prozent-Bereich zu beobachten sein.

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