Vor etwa einem Monat veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die aktuellen Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland. Die nachfolgende Statistik zeigt die Arbeitslosenquoten für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15-24 Jahren in den deutschen Bundesländern. Das typische Nord-Süd-Gefälle hat sich zwar ein wenig verschoben, ist aber, genau wie das Ost-West-Gefälle, aktuell deutlich nachvollziehbar. Diese Statistik ist ein Teil der Erhebung „Arbeitslose nach Rechtskreisen“.

Bayern und Baden-Württemberg glänzen in puncto Jugendarbeitslosigkeit weiterhin mit Werten unter der 3%-Marke, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 4,2% und Hessen mit 4,8%. Zwischen fünf und sechs Prozent liegt die Arbeitslosenquote für Jugendliche in Niedersachsen Hamburg und Schleswig Holstein. Danach folgt das Saarland, als einziges südliches Bundesland mit einer Quote von über sechs Prozent. Deutlich fällt auch weiterhin die Differenz der prozentualen Werte für die Jugendarbeitslosigkeit in den alten Bundesländern (4,7%) und den neuen Bundesländern (9,2%) aus.

Im Osten Deutschlands haben die Bundesländer Thüringen und Sachsen mit 6,5 und 7,7,% am wenigsten mit Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen. In Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die Arbeitslosenquote für Jugendliche zwischen neun und zehn Prozent. Trauriger Spitzenreiter dieser Statistik ist Berlin mit 12,9% arbeitslosen Jugendlichen.

Auch im Jahr 2012 machen die Zahlen deutlich, das weitere Reformen im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem dringend notwendig sind. Ansätze gibt es dafür viele, doch die notwendigen Veränderungen sind vielschichtig und tiefgreifend – und, schenkt man den zuständigen Stellen Glauben, können deshalb nur sehr langsam umgesetzt werden. Hier ist in Bezug auf die Reformen allerdings anstelle von Entschleunigung eher Beschleunigung angesagt, denn Jugendarbeitslosigkeit ist bekanntlich ein idealer Nährboden für allerlei radikale Entwicklungen.

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