Jeder hat sicherlich schon einmal davon gehört, dass es verschiedene Lerntypen geben soll, in die man Lernende einordnen kann. Diese können dann auf bestimmte Art und Weise besser Lernen und Arbeiten. Es soll folgende Lerntypen geben (Bezeichnung teilweise abweichend):

  • Visueller Lerntyp
  • Auditiver Lerntyp
  • Haptischer Lerntyp
  • Kommunikativer Lerntyp

Diese Lerntypen werden jedoch schon seit einigen Jahren stark kritisiert, da es sich um eine unnötige Kategorisierung handeln soll und es für den Unterricht schwer anwendbar ist, wenn viele verschiedene Lerntypen in einer Klasse sind. Die oben genannten Typen unterscheiden sich darin, über welche sinnliche Wahrnehmung sie sich Dinge besser oder schneller merken können (Texte/Bilder, Gesprochenes, Dinge, die man selbst ausprobieren und anfassen kann oder Inhalte, über die man mit anderen diskutiert hat). Einen standardisierten psychologischen Test gibt es dazu jedoch nicht. Dennoch kann man selbst überprüfen, wie man sich Dinge besser merken kann.

Der Selbsttest

Am einfachsten ist es, wenn ein Freund oder Elternteil sich mehrere Gegenstände ausdenkt und diese auf die unterschiedlichsten Arten präsentiert. Es werden beispielsweise 20 Gegenstände auf einen Zettel geschrieben, dann werden 20 Gegenstände als Bilder aufgemalt, 20 Gegenstände vorgelesen, 20 Gegenstände tatsächlich auf einen Tisch gelegt, sodass der zu Testende diese auch in die Hand nehmen kann und über 20 Gegenstände wird innerhalb eines Gesprächs diskutiert. Immer im Anschluss nach ca. 20 Minuten wird dann abgefragt, wie viele der Gegenstände sich der „Schüler“ gemerkt hat. So findet man in etwa heraus, welche sinnliche Wahrnehmung am besten behalten wird.

Nutzen der Kategorien

Man kann nicht sagen, dass es gar keinen Nutzen hätte, zu wissen, über welche Sinne man selbst am besten lernt, aber wirklich hilfreich ist dies nicht. Warum nicht? Nun ja, es gilt heute als sicher, dass jeder prinzipiell am besten lernt, je mehr Sinne dabei angesprochen sind. Unabhängig von irgendwelchen Präferenzen wird sich jeder die Gegenstände am besten merken können, wenn diese mit Beschriftung vor ihm liegen und sie zusätzlich vorgelesen werden. Je mehr Sinne beansprucht sind, desto besser wird das Wissen verinnerlicht.

Da dies jedoch vielleicht nicht immer möglich ist, kann es trotzdem nützlich sein, zu wissen, ob man Vokabeln beispielsweise besser lernt, wenn man sie auf eine Kassette spricht und dann immer wieder anhört oder wenn man sie einfach liest. Es gilt jedoch die Regel: je interessanter das Lernen ist und je mehr Spaß es macht, desto mehr behält man.

Also: Den Selbsttest kann man gerne einmal machen und es gibt auch Situationen, in denen dies nützlich sein kann. Aber: Es gibt Grenzen der Lerntypenkategorisierung und vor allem ist es immer besser vielseitig zu lernen. Für Lehrer ist deshalb zu empfehlen, immer mehrere Sinne anzusprechen, gerade auch, weil die Schüler alle etwas unterschiedlich lernen.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/Maica

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