Die ganze Woche schon wird bei uns das Thema „Werte“ bei uns fokussiert. Dabei sorgt es für viel Diskussions- und Gesprächsstoff, auch unter den vielen Experten, mit denen wir gesprochen haben. Das große Interview mit Manuela Starkmann werden wir deswegen in mehreren Serienteilen hier auf dem Blog veröffentlichen. Im 3. Teil ging es dabei  gestern um Werte in Familie und Erziehung.

Heute sprachen wir mit unserer Expertin und Initiatorin Manuela Starkmann, Coach und Guide für Lebenszeitmanagement, Burnoutvorbeugung und Persönlichkeitsweiterentwicklung über den Zusammenhang von Werten und Gesundheit und Ausgeglichenheit.

Man sagt ja immer so leicht hin „Wer dieses oder jenes tut, lebt gesünder“: Glauben Sie, dass auch ein werteorientiertes Leben jemanden stärker oder sogar gesünder werden lässt?

Starkmann: Klar. Geht ja nahezu nur so. Wer sich selbst achtet und liebt, der geht auch achtsam und lieb mit sich um. Natürlich futtert der auch mal Schokolade oder isst was „Schnelles“. Gleichwohl glaube ich, dass dieser Mensch grundsätzlich gut zu sich ist.

Da ich viel unterwegs bin, habe ich Anfang 2003 für mich das Gymnasticsystem Elatic® entwickelt. Das kann ich überall machen, brauche dafür nichts außer meinen Körper und den habe ich immer dabei. Ergebnis ist Kondition, Straffheit, Beweglichkeit und Entspannung sowie eine Ernährungsumstellung. Zwei Mal in der Woche genieße ich Elatic® und mir würde etwas fehlen, wenn ich es gar nicht mehr ausüben würde. Ich glaube, genau das ist der Ansatz. Für einen werteorientierten Mensch sind die Punkte, die zur eigenen Gesundheit und zum eigenen Wohlgefühl führen, selbstverständlich! Er macht sie nicht „um zu“, sondern weil sie für ihn zur Basis seines Lebens gehören. Sport, Bewegung, Natur, Lebensmittel, Kultur, Lesen, Weiterbildung etc. würde das fehlen, würde das nicht ins eigene Wertesystem passen.

Und wie „stärken“ mich meine Werte konkret in meinem (Berufs-)Alltag?

Starkmann: Alles ist besser, läuft runder. Der Mensch ist in sich klar und somit sowohl gesund als auch erfolgreich. Er achtet auf seine Kollegen bzw. sie auf ihn. Das gilt besonders auf den Ebenen Führungskraft und Mitarbeiter. Sie sind ein Team, dem es um den unternehmerischen Erfolg geht. Der wird jedoch nicht erreicht über Maßgaben (von oben), sondern über einen werteorientierten Umgang miteinander (von innen). Da werden gute Umgangsformen mit den Lieferanten, natürlich mit den Kunden und auch, warum auch nicht, mit dem Wettbewerb gelebt.

Statt den Ansatz „von oben“, der ja aktuell läuft und – schauen wir uns die steigenden Krankheitszahlen bei „psychischen Erkrankungen“, in den auch „Burnout“ steckt, an – bei genauer Betrachtung nicht funktioniert, ist es nun wirklich an der Zeit, den Ansatz „von innen“ in die Berufswelt einzubringen. Im „schlimmsten Fall“ funktioniert das auch nicht. Im „besten Fall“ – wovon ich ausgehe, denn ich habe Kunden, die ja genau so handeln und leben – gibt’s in sämtlichen Aspekten eine Steigerung.

Glauben Sie, dass eine bewusstere Werteorientierung und ein achtsamerer Umgang miteinander auch uns und unsere Gesellschaft wieder empfindsamer machen würden?

Starkmann: Sicher. Und mir ist wichtig, deutlich zu machen: Wir alle, wirklich alle, sind empfindsam! Nur fällt es manchen nicht auf, im Sinne von, sie würden es nicht als „empfindsam“ deklarieren. Wer sagt denn, dass der dominante Unternehmer nicht empfindsam ist? Wer sagt denn, dass die Führungskraft mit kurzen, vielleicht „hart“ klingenden Ansagen nicht empfindsam ist? Wer sagt denn, dass der unfreundliche Typ an der Kasse nicht empfindsam ist?

In unseren Bewertungen sind wir oft recht schnell fertig damit, eine Art eines Menschen zu bewerten. Das kann auch dazu führen, dass wir meinen, dass dieser keine Werte hat bzw. lebt. Das ist so sicher nicht immer stimmig. Unserer Gesellschaft würde es sehr gut tun, folgende Betrachtungsweise aufzunehmen:

Jeder Mensch ist ganz besonders und genau so, wie er ist, wundervoll. Und, auf seine Weise, in seiner Geschwindigkeit, ist er im Entwicklungsprozess. Manches weiß und lebt er. Und manches weiß und lebt er nicht, noch nicht. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ihm sein aktuelles Gegenüber etwas zeigt, z. B. Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit. Statt also zu interpretieren, wäre es gesünder bewertungsfrei zu sein. Wir hätten weniger Konflikte, weniger Macht, Gier und Schuldgefühle. Könnten somit auf klare und bewusste Weise in ZuFRIEDENheit leben.

Tipp: Morgen gibt es hier den letzten Teil unseres großen Experteninterview mit Manuela Starkmann, in dem sie noch einmal für uns alle über ihre ganz persönliche Sicht auf dieses wichtige Thema spricht.

Coaching-Expertin Manuela Starkmann

Manuela Starkmann

Experte für Guiding
und Coaching

Schwerpunkte: Burnoutvorbeugung, LebensZEITmanagement und Guiding, Vertriebscoaching und Bewusstseinserweiterung.

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