Die Arbeitslosigkeit in Europa erreicht aufgrund der Krisen ein Rekordhoch. Besonders Jugendliche sind gefährdet und stehen vor allem in Spanien und Griechenland vor einem beruflichen Vakuum.

Am Mittwoch teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat einen neuen Höchstwert mit. Demnach lag in den 17 Europländern die Erwerbslosenquote bei 11,6 Prozent. Der Anteil der Menschen ohne Arbeit ist damit seit Anfang des Jahres weiter gestiegen. Damit sind in Europa nun mehr als 25 Millionen Menschen ohne Job. Grund sind sicherlich die finanzwirtschaftliche Krise von Banken und Staaten und die damit verbundenen harten Sparmaßnahmen.

Besonders hart trifft es Spanien und Griechenland mit jeweils 25,8 und 25,1 Prozent Arbeitslosigkeit. Hier sind es vor allem junge Menschen, die keine Chance auf eine berufliche Tätigkeit bekommen. In beiden Ländern ist es jeder zweite Jugendliche, der nach der Schule nicht in den Beruf wechselt, sondern erst einmal allein gelassen wird. Der Trend zur Rezession ist auch in den anderen EU-Ländern spürbar, besonders in der Industrie. Die Schließung von drei Ford-Werken und die Streichung von zehntausend Stellen bei der schweizerischen UBS sind Indizien hierfür.

EU-Sozialkommissar Laszlo Andor nennt dies „inakzeptablen Zahlen“. Besonders bei den jungen Menschen unter 25 Jahren drohe eine „verlorene Generation“. Ferner betonte er: „Südeuropa braucht dringend unsere Hilfe, und nicht in ferner Zukunft“.

Deutschland als Europas größte Volkswirtschaft wies eine geringe Abnahme der Arbeitslosenzahlen im vergangenen Monat auf. Jedoch waren diese Zahlen nicht saisonal bereinigt. Die Zahl der Beschäftigen in den letzten beiden Monaten hätte um 50 000 Stellen steigen müssen. Es waren jedoch nur 35 000 Stellen. Der Grund wird besonders bei der Exportabhängigkeit der deutschen Industrie gesucht.

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