Der DIHK hat erneut die Unternehmen zu ihren Ausbildungsplänen und -motiven befragt. In der Zeit vom 22. Februar bis 9. März 2012 haben insgesamt 14.533 Unternehmen an der Online-Umfrage teilgenommen.

Immer mehr Unternehmen sind demnach bereit ihre Ausbildungsplätze auch mit lernschwächen Jugendlichen zu besetzen. Vor zwei Jahren haben noch über ein Drittel (36 Prozent) der befragten Unternehmen ausgesagt, dass dieses für sie nicht in Frage kommen würde. 2011 waren es nur 31 Prozent. In diesem Jahr sank der Wert um weitere 2 Prozentpunkte, so dass mittlerweile über 70 Prozent der Ausbildungsbetriebe durchaus bereit sind, auch lernschwachen Jugendlichen eine Chance zu geben.

Dabei ist es für immer weniger Unternehmen entscheidend, ob es auch eine entsprechende öffentliche Förderung gibt. Während noch in den Jahren 2010 und 2011 25, bzw. 24 Prozent der teilnehmenden Betriebe angaben, auf öffentliche Mittel zurückgreifen, waren es 2012 nur noch 22 Prozent. Zu dieser Entwicklung passt auch, dass mittlerweile ein Viertel der Ausbildungsunternehmen grundsätzlich dazu bereit sind, auch ohne öffentliche Unterstützung lernschwächere Jugendliche in ihren Betrieben auszubilden.

Ganz offensichtlich zählen für Unternehmen zunehmend persönliche und soziale Fähigkeiten mehr als schulische Leistungen. Gaben 2010 gerade einmal 21 Prozent an, dass ihnen die Sozialkompetenzen wichtiger sind als Schulnoten, sind es dieses Jahr 39 Prozent. Grund dafür sind wohl letztendlich auch die weiterausgebauten Förderprogramme, die die Unternehmen selbst entwickeln und anbieten. Durch Nachhilfeangebote können sie die Lerndefizite ihrer Azubis ausgleichen und somit bei entsprechender Motivation und Disziplin zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss bringen.

Interessant ist übrigens, dass die Bereitschaft lernschwache Jugendliche auszubilden in den Branchen sehr unterschiedlich ist. Zwar ist die Anzahl generell fast überall gestiegen, allerdings gibt es Branchen, die deutlich offener gegenüber einer Ausbildung von lernschwachen Jugendlichen sind. Während in Branchen wie im Bau- und Gastgewerbe die Zahlen bei 74 bzw. sogar 89 Prozent liegen, sind es zum Beispiel bei Banken und Versicherungen oder in der Medienbranche nur 45 bzw. 60 Prozent der Unternehmen. Allerdings sollte hierbei auch bedacht werden, dass in diesen Branchen viele Berufe sehr hohe Anforderungen haben und generell überwiegend mit Abiturienten besetzt werden.

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