MINT-Fächer sind insgesamt sehr gut beworben worden, da immer mehr Ingenieure, Maschinenbauer etc. gesucht wurden. Vor allem ging und geht es dabei aber auch gerade darum, Frauen für diese Arbeitsfelder zu gewinnen. Die Männer allein reichen nicht aus, um den Fachkräftebedarf zu decken und Frauen werden ja immer wieder gerne dafür geschätzt, mit einer etwas anderen Perspektive Dinge zu betrachten und deshalb auch wichtig für Unternehmen zu sein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat aus diesem Grund 2008 die Initiative „Komm mach MINT – mehr Frauen in MINT-Berufen“ ins Leben gerufen.

Begründung der Mobilisierung von Frauen für MINT-Fächer/-Berufe

Der Fachkräftemangel im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich wird vom Bundesministerium als Hauptursache für die Mobilisierung neuer Fachkräfte dargestellt:

„Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2013 330.000 Akademikerinnen und Akademiker fehlen werden, davon allein rund 70.000 aus dem Bereich der Naturwissenschaften und rund 85.000 aus den Ingenieurwissenschaften. Angesichts dieses Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, auf das Potential von Frauen zu verzichten.“

Frauen sind demnach zwar durch die Schulen gut ausgebildet, um einen MINT-Beruf zu erlernen, sie entscheiden sich jedoch häufig für andere Arbeitsfelder. Durch gezielte Aktionen sollen die technischen und naturwissenschaftlichen Berufe durch die Initiative jedoch vorgestellt werden, so dass sich das Arbeitsfeld als attraktiv für Frauen herausstellen kann.

Der derzeitige Stand von Frauen in MINT-Berufen

Gezielte Fördermaßnahmen haben die Situation bereits verändert. Vor Jahren waren Frauen noch selten in den MINT-Berufen, in den letzten zehn bis 15 Jahren hat sich dies jedoch bereits verbessert. Gerade in den MIN-Fächern (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften) liegt der Frauenanteil mittlerweile bei knapp über 40 Prozent.

Weit dahinter zurück bleiben jedoch auch heute noch die Ingenieurberufe (T-Berufe für „Technik“). Hier liegt der Frauenanteil bei etwas über 20 Prozent und der Anteil ist stagnierend bis sinkend. Dieser Wert soll in den nächsten Jahren drastisch ansteigen, sodass ähnliche Werte wie für die MINT-Fächer erreicht werden. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit den bisherigen Werten etwa im Mittelfeld mit einigen anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden und Schweden.

Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der Initiative

Über 1000 Projekte sind derzeit in Deutschland aktiv, um am Ziel, der Mobilisierung von Frauen für MINT-Berufe, zu arbeiten. Hierzu gehören zum Beispiel Informationstage, Beratungsangebote, Praktika für Mädchen in einzelnen Berufen, Schnuppertage in Betrieben (Girl’s Day), ein Schnupperstudium für Schülerinnen sowie Kinderunis mit besonderen Ausrichtungen in den MINT-Fächern. Auf der Homepage der Initiative des BMBF kann man sich gezielt Angebote in der eigenen Stadt suchen. In Münster existiert beispielsweise das „Light up your life“-Programm der Physik, das besonders ambitioniert und langfristig mit Mädchen der Mittelstufe arbeitet, um ihr Interesse an den MINT-Fächern zu stärken.

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 10.0/10 (8 votes cast)
MINT-Fächer: Ingenieurinnen gesucht!, 10.0 out of 10 based on 8 ratings