Nachdem wir gestern im großem Experteninterview etwas über Persönlichkeit und Selbstschutz erfahren haben, werfen wir im letzten Teil unserer Interviewserie einen Blick auf die Unternehmen. Wie können sie aktiv zur Burnout-Vorbeugung beitragen? Das klären wir heute mit Burnout-Expertin Manuela Starkmann. 

Hauptsache Bildung: Wenn wir davon ausgehen, dass Burnout auch eine psychische Erkrankung ist, was für ein (Arbeits-) Umfeld begünstigt da eine Entstehung?

Coaching-Expertin Manuela Starkmann

Coaching- und Burnout-Experte Manuela Starkmann

Manuela Starkmann: Stress, Druck, die Anforderung der permanenten Erreichbarkeit, Lärm, fehlende oder keine Pausen, Mobbing, Konflikte, schlechte Arbeitsplatzergonomie, schlechte oder fehlende Planung, fehlendes oder negatives Feedback, Ausrichtung auf Fakten und keine gelebte Wertephilosophie – um mal ein paar Punkte zu nennen.

Hauptsache Bildung: Sie gehen auch als Burnoutcoach gezielt in Unternehmen und halten Workshops zum Thema „Burnoutvorbeugung“. Wenn wir wieder den Fokus auf das berufliche Umfeld legen: Welche vorbeugenden Maßnahmen können Unternehmen für ihre Mitarbeiter treffen?

Manuela Starkmann: Den Menschen, das Gehirn und das Unterbewusstsein verstehen.

Jeder Mensch ist verschieden. Das ist zwar ein Satz, den ich oft höre, doch ich vermisse die dazugehörige, individuelle Behandlung. Man bekommt nun mal seine Mitarbeiter nicht durch das gleiche Raster. Da kann man noch so viele standardisierte Personalbefragungsbögen haben. Mitarbeitergespräche sollten aus einer Mischung grundsätzlicher Einheitlichkeit sowie Anerkennung der persönlichen Stärken bestehen.

Das Gehirn besitzt nur eine begrenzte Kapazität an Aufmerksamkeit und Informationen. Mehr geht nicht und erst recht nicht ohne Pausen, was immer da gehandhabt wird. Hier macht eine lösungsorientierte Didaktik Sinn. Das Auto fährt ja auch nicht weiter und schneller, weil man den Tank überlaufen lässt.

Man braucht im Unternehmen kein psychologisches Studium, doch man sollte wissen, dass die Menschen, die jeden Morgen zu der Türe reinkommen, alles Erlebte in sich tragen und dass alles Erlebte eine Wirkung hat. Im jeweiligen Jetzt kann also etwas motivieren oder demotivieren. Eine Führungskraft sollte aus meiner Sicht schon mehr als Fachwissen haben und wissen, wie man die Einheit Mensch führt. Und sie sollte ansatzweise in der Lage sein, zu erkennen, was der jeweilige Mitarbeiter braucht, um leistungsfähig und -willig zu sein.

Manche reduzieren den Blick bei Burnout auf die Zahlen. Und ja: Burnout ist teuer, in wirklich jeder Hinsicht. Das kann sich ein Unternehmen heute nicht mehr leisten.

Mir gefällt die Zusammenarbeit mit meinen Kunden. Wundervollerweise ziehe ich die Unternehmen an, die wirklich auf ihre Menschen schauen. Die eben noch nicht wissen, was sie für sie zusätzlich tun können, die jedoch die Offenheit haben, sich auf diesem Weg von mir begleiten zu lassen.

Hauptsache Bildung: Führungspersonen als Schlüsselfigur – Wie können Führungspersonen ein Vorbild sein? Wie können sich diese Personen aktiv um die Burnoutvorbeugung ihrer Mitarbeiter bemühen?

Manuela Starkmann: Um ein Vorbild zu sein, also um etwas vorzuleben, ist es entscheidend, den Weg schon mal voraus gegangen zu sein. Eine vorbildliche Führungskraft ist für mich ein Mensch, der offen ist für Veränderungen, der sich selbst erkennen mag, der Klarheit besitzt und bereit ist, sich für bestimtme Lösungen von Altem zu lösen, um erfolgreich, gesund und glücklich zu sein. Das ist authentisch und man merkt dieser Person an, dass sie strahlt und mit sich im Reinen ist.

Genau das ist schon die Hauptsache, sich aktiv um die Burnoutvorbeugung seiner Mitarbeiter zu kümmern. Der Mensch, der kleine wie der große, lernt durch Beobachten und Kopieren. Das Programm läuft unbewusst und funktioniert. Gepaart mit dem Wissen um Gehirn, Unterbewusstsein, Körper, Gesundheit und Kommunikation, kann man die einem anvertrauten Menschen besser führen.

Im Guiding arbeite ich von der Geschäftsleitung über die Führungskräfte bis hin zu den Mitarbeitern. Feedbacks dazu sind: „Burnout – Jetzt sehe ich das Thema anders als vorher“ und „Stress – wie immer man das auch definiert – kenne ich nicht mehr.“

Hauptsache Bildung: Wir danken Manuela Starkmann für das tolle Interview!

Tipp: Das ganze Interview steht auch als PDF-Download zur Verfügung.

Coaching-Expertin Manuela Starkmann

Manuela Starkmann

Experte für Guiding
und Coaching

Schwerpunkte: Burnoutvorbeugung, LebensZEITmanagement und Guiding, Vertriebscoaching und Bewusstseinserweiterung.

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