Das Schüler BAföG wird immer beliebter. Das zeigen die Zahlen von 2011, denn im vorangegangenen Jahr erhielten rund 324.000 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildungsförderung. Zusammen mit dem BAföG für Studierende ist damit ein Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht worden. Falls man also selbst knapp bei Kasse ist, und sich eine Ausbildung nicht leisten kann, gibt es also gute Gründe, über einen Antrag nachzudenken. Denn Leitgedanke hinter dem BAföG ist ja, dass es allen Menschen unabhängig ihres Einkommens eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.
Was genau kann mit dem BAföG für Schüler gefördert werden?

Allgemein kann man sagen, das folgende Schulen zulässig sind, solange sie nicht eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen.

  • weiterführende Regelschulen ab Klasse 10
  • Berufsfachschulen, sowie alle Formen der beruflichen Grundbildung (z. B. Berufsvorbereitungsjahr) ab Klasse 10
  • Fach- und Fachoberschulklassen
  • Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, sofern sie einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln (mindestens 2 Jahre)
  • Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs

Wo und wie kann der Antrag gestellt werden?

Der Antrag auf Schüler BAföG muss beim Amt für Ausbildungsförderung der Stadt/Kreisverwaltung am Wohnort der Eltern gestellt werden. Die Förderleistung wird in der Regel für ein Jahr, im sog. Bewilligungszeitraum, gewährleistet und kann nicht rückwirkend beantragt werden. Sie beginnt bei fristgerechter Beantragung mit dem Beginn der Ausbildung. Daher ist es besonders wichtig, sich über den BAföG Antrag rechtzeitig zu informieren. Die zuständigen Ämter findet man auf den Seiten des Bundesministeriums.

Was muss ich zurück zahlen?

Wichtig für Schülerinnen und Schüler ist in diesem Fall, dass die Rückzahlung entfällt! Das BAföG für Schüler ist ein „Vollzuschuss“, d.h. dass man, anders als beim BAföG für Studierende, nichts zurückzahlen muss und auch keinen Teil als Darlehen erhält. Zu finden sind diese Konditionen hier.

Wann habe ich Anrecht auf eine Ausbildungsförderung?

Die Bedarfssätze richten sich nach der Schulart. Die folgende Tabelle ist der offiziellen BAföG Seite entnommen:

Ausbildungsstätte

bei den Eltern wohnend

Inkl. KV-und PV-Zuschlag

Nicht bei den Eltern wohnend

Höchstsatz inkl. KV- + PV-Zuschlag

1. weiterführende Regelschulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10 Keine Förderung Keine Förderung 465 € 538 €
2. Berufsfachschulen, sowie alle Formen der beruflichen Grundbildung (z. B. Berufsvorbereitungsjahr) ab Klasse 10 216 € 289 € 465 € 538 €
3. Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen 391 € 464 € 543 € 616 €
4. Fach- und Fachoberschulklassen, Abendgymnasien, Kollegs 397 € 470 € 572 € 645 €
5. Höhere Fachschulen, Akademien, Hochschulen 422 € 495 € 597 € 670 €

Wie zu erkennen ist, kommt es darauf an, ob man bei den Eltern wohnend seine Ausbildung anfängt, oder nicht. Wer bei seinen Eltern wohnt, hat in der Regel keinen Anspruch bei den Regelschulen. Wer nicht bei seinen Eltern wohnt bekommt eine Förderung, wenn man einen eigenen Haushalt führt, aber auch, wenn der Anfahrtsweg von Elternhaus zu lange ist. Das bedeutet, dass man an drei Wochentagen mehr als 2 Stunden für die Anfahrt inkl. Wartezeiten benötigt.
Als Bemessungsgrundlage dient aber immer das Einkommen des Auszubildenden bzw. der Eltern. Ausnahmen gibt es aber auch hier: Wer etwa sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholt, der kann gefördert werden, ohne dass das Einkommen der Eltern als Bemessungsgrundlage dient. Auch ist es möglich, Praktika über das BAföG zu finanzieren, wenn diese in der angestrebten Ausbildung vorgeschrieben sind. Schließlich ist es auch möglich, einen Zuschlag zur Krankenversicherung (KV) sowie Pflegeversicherung (PV) zu bekommen.

Kann ich mir ausrechnen lassen, was ich bekommen werde?

Einen allgemeinen BAföG Rechner, auch für das Schüler BAföG, findet man auf den Seiten von Studis Online. Allerdings sind diese Berechnung ohne Gewähr. Wer sicherstellen will, mit welcher Förderung er rechnen kann, der sollte sich bei seinem zuständigen BAföG-Amt informieren.

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