Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag führte im Februar 2011 eine Befragung bezüglich der wichtigsten Ausbildungshemmnisse für deutsche Betriebe durch. Insgesamt wurde über 14.000 Unternehmen die Frage gestellt, welche Ausbildungshemmnisse die größten Auswirkungen auf den Betrieb haben. Das Ergebnis der Studie wurde im April 2011 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag veröffentlicht.

Ein sehr deutliches Ergebnis der Umfrage war, dass 76% der befragten Unternehmen die Meinung vetraten, eine mangelnde Ausbildungsreife hätte signifikante Auswirkungen auf den Betrieb. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer waren der Meinung, dass sich die unklaren Berufsvorstellungen vieler Schulabgänger ebenfalls auf die betreffenden Betriebe auswirken würden. Etwa ein Viertel der Befragten waren der Ansicht, dass die Auszubildenden zu lange in der Berufsschule wären.

Auch die zu große Entfernung zur Berufsschule hätte Auswirkungen auf den Betrieb, meinten immerhin 15% der Umfrageteilnehmer. Eine unsichere wirtschaftliche Perspektive war für 12% der Betriebe ein wichtiger Faktor. Jeder 10. Ausbildungsbetrieb war der Meinung, dass es Auswirkungen hätte, wenn das Unternehmen nicht alle Qualifikationen vermitteln- oder Auszubildende nach der Lehre nicht übernehmen kann. 9% der befragten Unternehmen nannten Schwierigkeiten mit der Berufsschule als Ausbildungshemmnis mit Auswirkungen auf den Betrieb.

Die beiden Faktoren die von den befragten Unternehmen am meisten genannt wurden, nämlich die mangelnde Ausbildungsreife und unklare Berufsvorstellungen, müssten doch eigentlich besser in den Griff zu bekommen sein. Mögliche Ansätze wären zum Beispiel gezieltere Vorbereitungen in den Abschlussklassen der Schulen oder gesonderte Arbeitsgruppen in diesem Bereich. Selbstverständlich wird mit Praktika-Angeboten und speziellen Initiativen auch schon viel getan – aus Sicht der Ausbildungsbetriebe anscheinend aber noch nicht genug.

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