Werte und Wertevermittlung in der Weiterbildung spielen eine große Rolle. Die berufliche Weiterbildungskultur ist dabei ein Spiegelbild der Gesellschaft. Auf der einen Seite nimmt sie den Ansatz des lebenslangen Lernens mit. Auf der anderen Seite wachsen die Ansprüche der Weiterbildenden an die Trainer und Dozenten. Letztere sollen schnell und effizient arbeiten. Bleibt da noch Zeit für eine Wertevermittlung?

Authentizität, Empathie und Geduld

Die Qualität der Weiterbildung hängt zu einem sehr großen Teil vom Coach ab. Wenn der Trainer persönlich Authentizität, Empathie und Geduld mitbringt, hat er den Weiterbildenden bereits damit wichtige Werte vermittelt. Ein Dozent, der nicht authentisch ist, ist nicht in der Lage, den Weiterbildenden glaubwürdig gegenüberzutreten. Für die berufliche Weiterbildungskultur gilt dies ganz besonders, da hier Menschen häufig abends nach der Arbeit zur Fortbildung kommen und ohnehin schon angestrengt vom Arbeitstag sind.

Daran schließen sich Werte wie Empathie und Geduld an, die der Trainer einbringen muss. Es ist eben auch diesem spezifischen Zeitfenster der Weiterbildung geschuldet, dass die Motivation verstärkt vom Coach ausgehen muss. Dieser sollte Empathie und  Geduld in einem besonderes hohen Maß aufbringen. Er muss die Weiterbildenden mitnehmen, sie durch den Unterricht führen, aber ihnen zugleich genügend interaktive Lernräume lassen, damit sie ihre Lernfortschritte bewusster wahrnehmen.

Wertevermittlung in kleinen Lerngruppen

Ganz gleich, ob es sich um interkulturelle Angebote, Seminare für Führungskräfte oder einfach Fremdsprachenunterricht handelt: Die effektivste Wertevermittlung in der Weiterbildung funktioniert nur in kleinen Lerngruppen bis zu 6 Personen. In größeren Gruppen ist ein interaktiver und werteorientierter Unterricht nicht zu leisten. Wer Teams oder kleine Abteilungen von Unternehmen unterrichtet, tut gut daran, Aufgaben zu stellen, an deren Ende die Gemeinschaftsleistung im Vordergrund steht. So werden soziale Kompetenzen gefördert und jeder spürt, dass er Teil eines Ganzen ist.

Eine Gruppenkonstellation mit unterschiedlichen Lernzielen ist dabei in der Regel nicht förderlich. Daher ist es vor der Weiterbildungsmaßnahme empfehlenswert, die stets unterschiedlichen Erwartungen der Teilnehmer zu erfahren, um dann auch ein entsprechendes Weiterbildungskonzept entwickeln zu können. Frontalunterricht hat heute in der Weiterbildung keinen Platz mehr. Eine Wertevermittlung in der Weiterbildung kann nur gelingen, wenn die Teilnehmer aktiv und aufnahmefähig bleiben.

 

Bildnachweis@istockphoto.com/YuriArcurs

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