Eine Woche lang steht das Thema „Werte“ im Fokus unserer Aufmerksamkeit  und sorgt  für Gespräche und Diskussionen mit Experten und Fachleuten. Dazu werden wir auch das mit Manuela Starkmann geführte Interview in mehreren Serienteilen hier auf dem Blog veröffentlichen. In dem ersten Teil ging es dabei  um eine mögliche Definition und der Frage nach Beständigkeit von Werten.

Heute sprachen wir mit unserer Expertin und Initiatorin Manuela Starkmann, Coach und Guide für Lebenszeitmanagement, Burnoutvorbeugung und Persönlichkeitsweiterentwicklung über Werte und Wertschätzung in Unternehmen.

Wenn wir in ein Unternehmen blicken: Inwieweit spielen bei den Schlagwörter wie Work-Life-Balance, Selbstbestimmung, Achtsamkeit gemeinsame Werte von Unternehmen und Mitarbeitern eine Rolle?

Starkmann: Oh weh, ich hänge gerade an „Work-Life-Balance“ fest. Meinem Impuls folgend ist mir wichtig zu sagen: Lassen Sie das. Nehmen Sie die guten Inhalte und Ideen daraus. Und vergessen Sie den Rest sowie die Trennung, die in dieser „Methode“ steckt.

Jeder ist 24 Stunden am Tag der Mensch, der er ist. Da gibt es kein Trennen, denn alles was passiert – beruflich und privat – hat Einfluss auf das Menschlein. Dieses sollte in seiner Selbstliebe lieber wieder darauf zurück kommen, seinen Tag in VerBUNDenheit zu leben.

So, zurück zu Ihrer Frage: Ein Unternehmen kann die aussagefähigsten Analysen, die tollsten Produkte bzw. Dienstleistungen, die beste Ausstattung haben. Wenn im Eingangsbereich ein gerahmtes Bild mit den Werten der Unternehmensphilosophie hängt, die maximal der Besucher liest, jedoch im Haus keiner lebt, dann hilft das alles im Endeffekt Null.

Mitarbeiter werden unzufrieden sein, was später oder früher zu Krankheit bzw. Kündigung führt. Kunden werden unzufrieden sein, was für das Unternehmen Umsatzrückgang bedeutet. Ich glaube, ich brauche keine weiteren Beispiele nennen, jedem Leser werden weitere einfallen, die ganz klar sagen:

Werte sind nicht „nur die weichen“ Faktoren, sondern die Basis für Erfolg.

Was zeichnet Ihrer Ansicht nach eine gute Unternehmenskultur aus? Wie können Unternehmen ihren Wertekodex so definieren, dass er dessen Ansprüchen, aber auch denen der Mitarbeiter und Führungskräften gerecht wird?

Starkmann: Was ich machen würde, wenn mir ein Unternehmen genau diesen Auftrag gibt, ist:

a. Guiding, in Gruppen, u. a. mit den Inhalten Kommunikation, Feedback, Achtsamkeit. In meiner Vorgehensweise geht es wenig um die Vermittlung von Wissen, sondern um das bewertungsfreie Verstehen – sowohl der eigenen Person als auch der anderen Menschen. Theoretisch habe ich vor kurzem einen „Präsentations-Workshop“ für die Mitarbeiter eines Unternehmens gegeben. Praktisch war es ein Guiding zu o. g. Themen. Die Auswirkung war: Spaß – was dem Lernen und Verändern sehr zugute kommt; somit ist die Veränderungskurve sowohl schnell als auch steil. Freiheit – was die Motivation steigert und ganz klar das Selbstvertrauen. Gemeinsamkeit – dass die „Musik“ nicht von mir kommt, ich begleite nur, sondern die Menschen sich und die anderen auf achtsame Weise zu Erkenntnissen führen.

Und weiteres, Spannendes mehr. Ich könnte dazu ewig erzählen und viele Beispiele nennen. Entscheidend, es wirkt heute noch!

b. Guiding für Einzelpersonen. Führung, Verkauf bzw. Vertrieb, Gesundheit sind Themen, wo ich recht flott erlebe, dass es passend ist, die Basis in der Gruppe im Team zu schaffen. Ab einem bestimmten Punkt ist es dann jedoch stimmiger, einzeln weiter zu gehen. Ein Unternehmer, als Beispiel, sagt weniger vor anderen, sondern gerne in der vertrauensvollen Atmosphäre mit mir, wo er seine Erfolgsbremsen und Blockaden sieht. Nach nur einem Guiding war ein Geschäftsführer so weit, sich von langjährigen Schuldgefühlen zu lösen und eine große Klarheit über sowohl privates als auch berufliches Vorgehen zu haben. Genau das begleite ich als Guide dann weiter – sowohl individuell als auch in der Gruppe. Ganz nach Sinn und Ziel aller Beteiligten.

Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern, Kollegen, Kunden – wie kann so etwas im Unternehmensalltag konkret aussehen?

Starkmann: Heute zu sagen, die Themenwoche über „Werte“ sei impulsreich, das machen wir ab nächsten Montag auch so, ist eine gute Idee. Sie wird aber nicht, und schon gar nicht langfristig, funktionieren.

Mahatma Gandhi sagte: „Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Wer – und dass wissen doch die meisten und Menschen, die hier mitlesen sowieso – sich dazu entscheidet, im Unternehmensalltag wirklich Werte leben, sie wieder zu entdecken, sie weiter entwickeln möchte, der nehme sich die Zeit. Ein Haus mit einem soliden Keller als Fundament des Rests, wird mit Sicherheit besser und länger bestehen.

Heißt: Liebes Unternehmen, nimm Dir die Zeit, für Dich und die Menschen darin. Das kostet weniger Zeit, Energie und Geld, als wenn Du so weiter machst wie jetzt. Stattdessen bringt das Gewinn auf sämtlichen Ebenen. Im Guiding komme ich mit vielen Ideen. Mit den Menschen schaffen wir dann die Klarheit, was genau hier, in diesem Unternehmen, für alle die stimmigste Lösung ist.

Tipp: Morgen gibt es hier den dritten Teil unseres großen Experteninterview mit Manuela Starkmann, in dem es um Werte in Familie und Erziehung geht.

Coaching-Expertin Manuela Starkmann

Manuela Starkmann

Experte für Guiding
und Coaching

Schwerpunkte: Burnoutvorbeugung, LebensZEITmanagement und Guiding, Vertriebscoaching und Bewusstseinserweiterung.

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