iStock_000014521043SmallDie Abschlussmöglichkeiten als auch die Anerkennung von Abschlüssen einer privaten Hochschule geben ebenfalls einige wichtige Hinweise auf die Qualität einer Hochschule. Sie verraten zum einen etwas über die personelle Ausstattung, zum anderen etwas über die Anerkennung.Private Hochschulen mit Promotionsrecht haben ein vom Wissenschaftsrat überprüftes Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Studenten können hier in den entsprechenden Fächern das dreistufige Modell Bachelor, Master und Promotion durchlaufen und haben die Gewissheit einer staatlichen Anerkennung. Leider gibt es viele private Hochschulen, die Studenten nur zum Bachelor ausbilden.

Möchten diese Studenten dann zu einer anderen privaten Hochschule wechseln, um den Master zu machen, müssen sie mit Schwierigkeiten der Anerkennung von Teilleistungen rechnen, da sich selbst in einem Fach wie Wirtschaftswissenschaften die Inhalte unterscheiden. Ein Wechsel von einer privaten Hochschule/Fachhochschule zu einer staatlichen Hochschule/Fachhochschule ist diesbezüglich noch schwieriger. Daher sollte man sich vor einer Entscheidung darüber informieren, ob und inwieweit die Leistungsscheine und Teilleistungen mit Inhalten anderer Hochschulen korrespondieren. Eine private Hochschule, die zu speziell ist und von gemeinhin anerkannten Lehrinhalten abweicht, ist daher nur mit Vorsicht zu betrachten. Daher muss auch überprüft werden, wer die Studienordnung bestimmt und inwieweit die Inhalte akkreditiert und mit denen der anderen Hochschulen kompatibel sind.

Hochschulen mit Promotionsrecht haben Vorteile

Wenngleich sich nur die wenigsten Studenten zu Beginn ihres Studiums mit der Vorstellung auseinandersetzen, später zu promovieren, so lässt sich anhand des Status der privaten Hochschule doch feststellen, inwieweit die Abschlüsse eine Anerkennung finden. Ein kostspieliger Bildungsgang ins Nirgendwo ist ärgerlich, kommt aber leider immer wieder vor, wenn zu spät festgestellt wird, dass der Bachelor-Studienabschluss anderswo keine Gleichwertigkeit oder volle Anerkennung erzielt. Wenn private Träger aus der Wirtschaft die Hochschule oder Fachhochschule finanzieren, denken sie zunächst in allererster Linie an Studieninhalte, die für sie relevant sind.

Sie nehmen daher mitunter subtil Einfluss auf die Studienordnung und denken kaum an die anschließende Perspektivbreite der Studierenden. Dieses Dilemma wird Studierenden nicht selten in den ersten Semestern bewusst und führt zu Studienabbrüchen, die einem Neuanfang gleichzusetzen sind und verlorene Jahre darstellen. Die Frage nach der staatlichen Anerkennung von sogenannten Business Schools beispielsweise muss also nach wie vor bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Bachelor-und Masterstudiengang an privaten Hochschulen

Hochschulen, die nur einen Bachelorstudiengang anbieten, sind daher besonders genau zu betrachten, sofern sie nicht an ein duales Studium geknüpft sind. Sie verfügen häufig nur über begrenzte Mittel, haben eine hohe Personalfluktuation und auch häufig wechselnde Studienordnungen, die sich dem wechselnden Lehrpersonal anpassen. Der Wissenschaftsrat hat dem Governance-Problem an privaten Hochschulen in einer Studie ein ganzes Kapitel gewürdigt und die Aufbaustrukturen kritisiert.

Die Praxis kennt hier Fälle, wo zwei Wochen vor Semesterbeginn der Studienplan für das Semester noch nicht feststand. In der Regel handelt es sich hier um noch junge Hochschulen, die zu Beginn mehr Wert auf Marketing als auf Management legen. Bietet die Fachhochschule einen sich anschließenden Masterstudiengang an, hat es für die Studierenden den Vorteil, neben dem höheren Abschluss nicht zwischenzeitlich noch die Hochschule und den Ort wechseln zu müssen.

Es gilt auch als ein Zeichen der Qualität, ob eine Bildungsinstitution diesen Fächeraufbau begleiten kann oder nicht. Bei Hochschulen, die im Rahmen eines dualen Studiums nur einen Bachelor-Anschluss anbieten, ist dagegen die Zielorientierung eine andere. Wer im Rahmen seins Studiums noch die Gelegenheit hat, praktische Erfahrungen in einem Unternehmen zu sammeln, für den sind diese Hochschulen sicher attraktiv.

 

 

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