StatistikZwar stieg auch im Jahr 2012 die tarifliche Vergütung für Auszubildende im gesamten Bundesgebiet um ganze 4,3 Prozent auf durchschnittlich 730 € im Monat, doch werden weiterhin in den neuen Bundesländern insgesamt niedrigere Tariflöhne gezahlt.

Insgesamt hoher Anstieg der Ausbildungsgehälter

Während die Azubis in den westlichen Bundesländern mit durchschnittlich 737 € Ausbildungsvergütung im Jahr 2012 rechnen konnten, verdiente ein Auszubildender im Osten Deutschlands im Durchschnitt 674 €. Damit stieg die tarifliche Ausbildungsvergütung in den alten Bundesländern um 4,1 Prozent im Vergleich zum Ausbildungsjahr 2011, in den neuen Bundesländern sogar um 5 Prozent. Insgesamt betrachtet, erhalten die Azubis in Ostdeutschland allerdings immer noch neun Prozent weniger tarifliche Ausbildungsvergütung als ihre Kollegen in Westdeutschland.

Mehr bedeutet in Westdeutschland noch mehr

Auch wenn sich die Tarifverträge in einigen Berufsgruppen in den letzten Jahren angeglichen haben und im gesamten Bundesgebiet einheitliche Ausbildungsvergütungen gezahlt werden, gibt es immer noch teils deutliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. So lag die Ausbildungsvergütung im Beruf Maurer, als zweithöchste Verdienstgruppe überhaupt, in 2012 in Westdeutschland bei durchschnittlich 968 € und damit erheblich höher als in Ostdeutschland mit 772 € pro Monat. Auch in der niedrigsten Berufsgruppe, der Ausbildung zum Friseur/-in, ist der Lohnunterschied zwischen Ost und West deutlich: Ein Friseur-Azubi in Ostdeutschland verdiente durchschnittlich nur 269 €, wohin gegen sein Kollege in Westdeutschland mit 454 € rechnen konnte.

Gehaltsunterschiede gleichen sich langsam an

Insgesamt zeigt die Studie, dass es auch in den tariflich geregelten Ausbildungsvergütungen immer noch ein Gefälle bei den Verdienstmöglichkeiten zwischen West und Ost gibt. Allerdings ist auch hier ein positiver Trend zu beobachten: Die Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West werden insgesamt geringer. Dazu trägt neben der verhältnismäßig guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland auch der demografische Wandel bei. Weniger Schulabgänger führen dazu, dass Betriebe mitunter Schwierigkeiten haben, ihre Lehrstellen zu besetzen und somit mehr Anreize schaffen müssen – z. Bsp. durch eine höhere Vergütung.

* Im Durchschnitt über die gesamte Ausbildungsdauer.

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