Dissatisfied Business Lady

Kurz vor der Prüfung noch einmal alle relevanten Fakten durchgegangen. Dann geht die Tür auf, man setzt sich vor den Prüfer und plötzlich… alles weg! Blackout. Wie kommt es dazu? Was kann man tun?

Der Blackout ist häufig ein Symptom von Prüfungsangst. Man ist mit der Prüfungssituation emotional so überfordert, dass keine Gehirnkapazitäten mehr frei sind für klares, rationales Denken. Eigentlich ist dies ein Schutzmechanismus der Natur, während einer Prüfung allerdings ist es nicht nur lästig, sondern auch hinderlich.

Eigentlich sind Blackouts nichts außergewöhnliches – auch Studierende ohne Probleme haben sie ab und an. Wenn man allerdings aus dem Blackout nicht mehr rausfindet oder ständig welche erlebt, sollte man versuchen, sein Verhalten zu verstehen. Andere Symptome sind das klassische Vermeidungsverhalten und Panikzustände, wenn man an die Prüfung denkt. Schwere Prüfungsangst liegt vor, wenn es sogar zu Schlaf- und Essstörungen und zu Herzrasen oder Schweißausbrüchen kommt.

Prüfungsangst eingestehen

Ein erster und wichtiger Schritt ist, zu erkennen, dass man Prüfungsangst hat. Viele Studierende wissen zwar, dass etwas nicht rund läuft, gestehen sich aber nicht ein, dass es wirklich Ängste sind, die sie verzweifeln lassen. Besonders männliche Studierende haben hier falsche Vorstellungen von Stärke und Selbstvertrauen. Es gehört schon eine große Portion Mut dazu, zuzugestehen, dass man irrationale Angst verspürt. Aber letztlich kann man nur mit einem solchen Eingeständnis an das Problem herantreten.

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Ursachen erforschen

Die Ursachen für Prüfungsangst sind äußerst verschieden. Im für den Betroffenen besten Falle sind es die Unberechenbarkeit des Prüfers oder die Zeitnot, die einen Angst macht. Manche Betroffene sehen die Prüfung aber auch als Bestrafung für zu wenig oder zu ineffektives Lernen. Bei einigen sind unbewältigte Lebenskonflikte die Ursache, etwa ein Zwist mit den Eltern oder eine kaputte Beziehung. Für einen Großteil vor allem der eher schüchternen oder zurückhaltenden Studierenden ist die Angst vor eine furchtbaren Blamage die Ursache. Wer nicht gerne vor großen Gruppen spricht, hat auch Angst in einer mündlichen Prüfung mit sprichwörtlich heruntergelassenen Hosen dazustehen. Aber auch überhöhte Selbstansprüche oder Perfektionismus können in Prüfungsangst münden.

Prüfungsangst bewältigen

Wer seine Angst überwinden möchte, muss sich Zeit nehmen. Die wirklich schweren Fälle von Prüfungsangst lassen sich nicht innerhalb von Tagen oder Wochen kurieren. Und in einigen Fällen wir das Angstgefühl auch nie ganz verschwinden. Aber es kann sich bessern, man kann wieder von sich behaupten, Herr der Lage zu sein. Dazu gibt es folgende Tipps:

  • Lernmethoden verbessern
    Vor allem die eigene Lerntechnik sollte analysiert werden. Nimmt man sich genug Zeit zum lernen? Strukturiert man seinen Lernprozess? Analysiert man ihn danach? Wer auf der Suche nach einem Ratgeber in dieser Hinsicht ist, der sollte sich „Bestnote“ von Martin Krengel anschauen.
  • Für die Prüfung lernen, nicht fürs Leben
    Wer sich zu viel vornimmt, kann nur scheitern. Man sollte genau wissen, welcher Stoff geprüft wird, sonst verliert man sich in der unendlichen Recherche von Quellen oder Aufgaben.
  • Realistisch bleiben
    Kaum jemand kann 8 Stunden am Tag lernen. Das ist auch gar nicht notwendig. Man sollte sein eigenes Vermögen kennen und realistisch einschätzen , wie viele Stunden man konzentriert arbeiten kann. Lieber 2 Stunden effektiv als 4 Stunden ineffektiv.
  • Misserfolge zulassen
    Wer durch eine Prüfung fällt, dem passiert erst einmal nichts Schlimmes. Damit ist die Welt nicht untergegangen. Vielmehr sollte man wissen, dass man aus Fehlern immer noch am meisten lernt. Vor allem aber sollte klar sein, dass die Konsequenzen verträglich sind.
  • Positiv denken
    Klingt banal, ist aber sehr wichtig. Zumindest für das Unterbewusstsein macht es einen Unterschied ob man sich vor der Prüfung denkt, dass man es eh nicht schaffen wird, oder ob man denkt, dass man alle versuchen wird, was in seiner Macht steht.

Unterstützung holen

Man sollte sich niemals einreden, dass man dieses Problem alleine bewältigen muss. Wer möchte, und wem danach ist, der sollte sich Hilfe holen: mit Freunden darüber reden (man ist dann erstaunt, dass es den Kommilitonen ähnlich geht), mit dem Partner darüber reden (dieser kann auch bei  Prüfungssimulationen assistieren) oder sich professionelle Hilfe holen. Dafür gibt es an allen Universitäten Beratungsstellen, in denen kompetente Ansprechpartner sitzen. Diese können eventuelle tiefer liegende Konflikte offen legen oder als Coach Unterstützung leisten.

Bildnachweis: ©Fotolia/mma23

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