WeiterbildungNach einer Befragung der Mitgliedseinrichtungen des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) ist auch dort der Fachkräftemangel und demografischer Wandel durchaus zu spüren:  Der demographisch bedingte Schülerzahlen- und Fachkräfterückgang die zentrale bildungspolitische Herausforderung. An der Umfrage beteiligten sich rund 200 Bildungsträger des VDP aus den Bereichen Allgemeinbildung, Berufsbildung und Erwachsenenbildung, einschließlich geförderter Weiterbildung.

90 Prozent sind dabei der Auffassung, dass sinkende Schülerzahlen und der Fachkräftemangel das zentrale bildungspolitische Thema in den nächsten vier Jahren sein werden. Fast die Hälfte von ihnen sieht zudem den Lehrermangel und die Lehrerausbildung als Herausforderung an, bzw. sieht ein Problem in der abnehmenden Ausbildungsreife von Jugendlichen.

Vielfältiges und individuelles Ausbildungsangebot gefordert

Der VDP stellt deswegen in seiner aktuellen Pressemitteilung klar, dass zukünftig alle Formen der beruflichen Bildung stärker gefördert und den Jugendlichen ein individuelles und vielfältiges Ausbildungskonzept angeboten werden müssen. „Nur so ist sichergestellt, dass auch die bisher brach liegenden Potentiale von vielen benachteiligten Jugendlichen wirklich gehoben werden und sie sich zu dringend benötigten Fachkräften entwickeln.“ erklärt Petra Witt, Präsidentin des VDP. Auch die Umfrageteilnehmer (48 Prozent) sehen diese Notwenigkeit und fordern deshalb von der neu zu wählenden Bundesregierung eine spürbare Stärkung der schulischen und dualen Berufsbildung.

Stärkere und bessere Planung am Arbeitsmarkt

Aber auch der Arbeitsmarkt im Bildungssektor hat dringenden Nachholbedarf –so sehen es zumindest die Mitglieder des VDP. 64 Prozent sind mit der Arbeitsmarktpolitik, vor allem im Bereich der geförderten Weiterbildung, unzufrieden oder sehr unzufrieden. Deshalb fordern sie eine Vollfinanzierung von nicht-verkürzbaren Umschulungen und eine deutliche Verbesserung der Finanzierung von Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose. Schließlich hat sich das Budget der Bundesagentur für Arbeit für Qualifizierungsmaßnahmen in den letzten drei Jahren fast halbiert (von 6,0 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro). „Hinzu kommt, dass die weniger werdenden Mittel nicht einmal vollständig ausgeschöpft werden. Jedes Jahr bleiben mehrere Hundert Millionen Euro ungenutzt und das, obwohl die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur geringfügig sinkt. Der VDP fordert deshalb, diesen Trend umgehend zu stoppen und wesentlich stärker in die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen zu investieren“, erklärt Witt weiter.

Auch in anderen Bereichen Nachholbedarf

Darüber hinaus sind auch andere Finanzierungen drastisch gekürzt worden. In vielen Bundesländern gibt es immer weniger Unterstützung für Schulen in freier Trägerschaft. Auch die Bereiche Inklusion, Integration und Förderung von Migranten müssen laut VDP-Befragung in den nächsten Jahren stärker in den Fokus der Gesellschaft und der Bildungspolitik rücken.

Quelle und weitere Informationen

VDP_logo_WebsiteBildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Internet: www.privatschulen.de

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