MBA-AbschlussDer Master of Business Administrations ist einer der anerkanntesten Abschlüsse im Wirtschaftsbereich. Die Internationalität des Abschlusses macht ihn bei Absolventen und Unternehmen gleichermaßen beliebt. Durch die zusätzlichen Spezialisierungsmöglichkeiten bietet der Studiengang nicht nur grundlegende Wirtschaftskenntnisse, sondern auch branchenspezifisches Fachwissen.

Allgemein gilt der MBA als Karriereturbo und reizt deswegen immer mehr Menschen. Der Experte Sebastian Horndasch von MBA-Lounge warnt allerdings, “dass trotzdem nicht vergessen werden sollte, dass nicht für alle Interessierten der MBA gleichermaßen sinnvoll ist“. Ursprünglich wurde der MBA als Weiterbildung für Manager aus dem Bereich Technik und Naturwissenschaften entwickelt. Der Studiengang sollte den aufstrebenden Führungskräften die wirtschaftlichen Kenntnisse vermitteln, die erforderlich sind, um Unternehmensteile oder ganze Betriebe erfolgreich zu führen. Die Teilnehmer hatten dementsprechend bereits umfangreiche Erfahrung im Management gesammelt. “Heute ist es häufig so, dass Interessierte darauf hoffen, mit einem MBA in das Management aufzusteigen – was nicht immer der Fall ist.“

Ziele und Wege sollten klar definiert sein

Personalberatung

Eine professionelle Karriereberatung kann bei der Entscheidung zum Master hilfreich sein.

Wer also mit einem MBA-Studium Erfolg haben möchte, der sollte sich vorab Klarheit über seine Erwartungen verschaffen. Generell wird davon gesprochen, dass der MBA in erster Linie für zwei konkrete Weiterbildungsziele genutzt werden kann. Zum einen die Karriere neu auszurichten und zum anderen die eigene Karriere zu beschleunigen. Horndasch rät deswegen: „Wer zum Beispiel eine Weiterbildung sucht, um sich selbst stärker in ein Fachgebiet einzuarbeiten, der ist häufiger mit einer anderen Weiterbildung besser und auch günstiger bedient.“

Es gibt durchaus Alternativen, die bei bestimmten Karriereplänen ebenfalls in Betracht gezogen werden sollten. „Vor dem Start sollten Interessierte also gründlich überlegen, ob der MBA fest im Karriereplan integriert ist. Wer seine Karriere auch ohne MBA sicher voran bringen kann, der sollte seinen Wunsch nach einem MBA hinterfragen“, erläutert Horndasch weiter. Alternativen sind hier zum Beispiel ein fachspezifischer Weiterbildungs-Master, eine zusätzliche IHK-Ausbildung oder auch – in seltenen Fällen – die Promotion. Im Zweifelsfall sollten Interessenten das Beratungsgespräch mit einem Karriere-Coach suchen. Dieser kann helfen, einen Karriereplan aufzustellen.

Der Zeitpunkt sollte richtig gewählt sein

Wie bereits angesprochen ist es mittlerweile durchaus üblich, ein MBA-Studium ohne Manager-Erfahrung aufzunehmen. Allerdings sind sich die Personaler über die Sinnhaftigkeit dieser Abfolge nicht unbedingt einig. Eine gewisse (Führungs-)Erfahrung sollten MBA-Absolventen durchaus mitbringen. „Generell spricht man davon, dass sich ein MBA-Studium besonders nach drei bis fünf Jahren Berufserfahrung rentiert“, erläutert Horndach. Aus diesem Grund fordern die meisten Hochschulen von ihren Bewerbern, neben der allgemeinen Hochschulreife(bzw. der Fachhochschulreife und einem international anerkannten akademischen Studienabschluss mindestens auf Bachelor-Niveau), eine mehrjährige Berufserfahrung. „Hinzu kommt die Tatsache, dass auch der Lerneffekt von einander bei erfahrenen Studenten deutlich höher ist: Je mehr Erfahrung der Einzelne mitbringt, desto mehr profitieren die Studenten auch untereinander.“

Gleichzeitig sollte ein MBA-Studium auch nicht zu spät im Berufsleben aufgenommen werden, da dann die Gehaltsausfälle aufgrund des Studiums nicht mehr so einfach hinzunehmen sind und man darüber hinaus im Unternehmen eine bestimmte Verantwortung besitzt, die nur noch schwierig aufgrund eines Studiums abzugeben ist.“ Aber auch andere Dinge außerhalb des Berufes können den Zeitpunkt des Studienbeginns ungünstig erscheinen lassen: Private Verpflichtungen, familiäre Planungen oder andere Dinge im eigenen Umfeld können trotz guter Vorbereitung dazu führen, dass ein MBA-Studium zu diesem Zeitpunkt nicht infrage kommt.

Kosten und Finanzierung sollten geklärt sein

Businessmen discussing report

Wer seinen Chef von der Nützlichkeit des MBA-Studiums für das Unternehmen überzeugt, der kann durchaus mit finanzieller Unterstützung rechnen.

Ein MBA-Studium ist grundsätzlich eine teure Weiterbildung. Insgesamt sollte beim MBA-Studium mit einem 4-bis 5-stelligen Betrag gerechnet werden. Neben Studiengebühren, Prüfungs- und Materialkosten, gilt es auch den Verdienstausfall mit einzukalkulieren, der bei einem Voll- oder Teilzeitstudium entsteht. Wer sich also für eine solche Investition entschließt, sollte vorab wissen, wie er die Kosten hierfür decken kann. „Wichtig ist zum Beispiel zu klären, ob der Arbeitgeber eventuell einen Teil der Gebühren übernimmt oder es die Möglichkeit gibt, ein Stipendium zu erhalten“, rät Horndasch. Es gibt verschiedene Unternehmen und Institutionen, die MBA-Studenten finanziell unterstützen. Das kann die Universität selbst sein, eine Stiftung oder auch ein Karrierenetzwerk. Eine Übersicht über verschiedene Stipendien hat das Institut Staufenbiel zusammengestellt.

Die Motivation und das Durchhaltevermögen sollten da sein

Ein MBA-Studium ist in der Teilzeit- wie in der Vollzeitvariante eine große Herausforderung. Hier sollten sich Interessierte vorab umfänglich informieren, mit welchen Zeitaufwand für Lern- und Prüfungsphasen zu rechnen ist. Gerade ein Teilzeitstudium wird zwangsläufig zu Konflikten zwischen Beruf, Familie und Studium führen. „Wer hier nicht ein gut organisiertes Zeitmanagement aufstellt, wird schnell ins Straucheln geraten“, weiß der Experte.

Hinzu kommt, dass der MBA, als internationaler Studiengang,  hohe Anforderungen stellt. Verhandlungssicheres Englisch wird zum Beispiel bei vielen anbietenden Hochschulen durch den TOEFL (iBT mind. 100 Punkte) oder das Cambridge Certificate in Advanced English (A-C) verlangt. Wer nur mangelhafte Sprachkenntnisse hat oder zukünftig nicht international arbeiten möchte, der sollte die Studienwahl überdenken. Ebenso sollte den Teilnehmern klar sein, worauf sie hinaus wollen. „Ein MBA soll natürlich auf eine Führungsposition vorbereiten, in der auch harte Entscheidungen getroffen werden müssen. Wer sich dem nicht gewachsen fühlt, sollte ebenfalls über sein Vorhaben nachdenken“, rät Horndasch.

Fazit

Eine MBA lohnt sich vor allem für Interessierte, die schon Berufs- und Führungserfahrung haben. Denn nur mit und durch diese Erfahrungen können Studenten tatsächlich auch die vermittelnden Management-Methoden ausreichend nachvollziehen und anwenden.

„Grundsätzlich sollten Interessierte aber vor allem eine klare Sicht auf ihre Ziele, das Studium und die Möglichkeiten, die sich damit ergeben können, haben“, appelliert der Experte. „Eine MBA ist eine sehr gute Chance, sich diese Management-Methoden anzueignen und stellt einen guter Grundpfeiler für die zukünftige Karriere dar. Allerdings ist das Studium kein Karriere-Garant! Ein guter MBA ist sehr positiv, Sie werden danach aber nicht auf Händen durch Ihre Karriere getragen werden.“

Tipp

Der Experte Sebastian Horndasch hat auf der Seite von MBA-Lounge noch einmal die 10 wichtigsten Punkte zur MBA-Entscheidung in einer Checkliste zusammengestellt. Diese kann auch  direkt als PDF runtergeladen werden.

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Sebastian Horndasch leitet die Studienberatung bei border concepts, der Firma hinter MBA Lounge. Zudem ist er Autor der beiden Studienratgeber „Bachelor nach Plan“ und „Master nach Plan“.

MBA-LOUNGE

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