server_front

Was steckt hinter all den computergestützten Systemen, die wir tagtäglich nutzen? Viele davon unbewusst. Wer dieser Frage professionell nachgehen will, der kann neben dem Beruf ein Fernstudium Informatik beginnen – und damit sein Wissen und seine Qualifikationen aufbessern.

Wer diese Zeilen liest, hat gerade eine gigantische Maschinerie in Gang gesetzt. Vom eigenen Rechner über die Verteilersysteme bis hin zu den Hochleistungsservern. Und das ist nicht einmal alles. Immer mehr Geräte nutzen die Technik der Informationsverarbeitung, um noch effizienter zu arbeiten. Wie Küchengeräte zum Beispiel.

Im Fernstudium Informatik bekommt man nicht nur Antworten auf bestimmte informationstechnische Fragen, sondern erweitert sein komplettes technisches Grundverständnis.  Hierdurch kann man sich auch beruflich weiter qualifizieren. Besonders eignet sich das Fernstudium für Interessierte, die bereits im IT-Bereich tätig sind, steht aber generell jedem offen, der sich eine berufliche Weiterentwicklung in diesem Bereich wünscht. Wer bereits in der Branche arbeitet, weiß jedoch auch, dass „Informatik“ nur der Oberbegriff einer Reihe von Disziplinen ist, die alle jeweils tiefer in die Materie eindringen. Allein der Bereich Softwareentwicklung ist so komplex, dass es hierfür bereits eigene Studiengänge gibt.

Das Fernstudium Informatik endet mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) oder – falls man bereits über diese oder eine ähnliche Qualifikation verfügt – mit dem Master of Science (M.Sc.). Dieser Abschluss qualifiziert für sehr viele unterschiedliche Tätigkeiten, die sich nicht nur auf den reinen IT-Bereich beschränken müssen.

Voraussetzungen und Kosten

Als Voraussetzung gilt der Nachweis der (Fach-)Hochschulreife. Zwar gibt es auch Hochschulen, die ein „Studium ohne Abitur“ anbieten, jedoch müssen Interessierte eine langjährige Berufserfahrung nachweisen sowie ein Prüfungsverfahren durchlaufen. Wer über die (Fach-)Hochschulreife verfügt, sollte sich außerdem im Klaren sein, dass man ein gewisses mathematisch und logisches Grundverständnis vorausgesetzt wird. Je nach Vertiefungsrichtung kann der Studienanteil an höherer Mathematik und komplexen Programmieranforderungen größer oder kleiner sein. Weiterhin sollte man über sichere Englischkenntnisse verfügen, denn die Programmiersprachen sind ausnahmslos in englischer Sprache.

Die Kosten hängen natürlich davon ab, wie schnell man das Studium absolviert. Wer aufgrund von Familie oder Beruf nicht so viel Freiraum hat, schafft es vermutlich nicht in den vorgegebenen 6-7 Semestern zum Bachelor. In der Regel liegen die Kosten pro Monat zwischen 100 und 500 € je nach Anbieter. Für den Master kann man noch einmal 4-6 Semester dazurechnen. Die monatlichen Kosten unterscheiden sich hier kaum vom vorangegangenen Bachelor-Studium.

Anbieter

Angebote an Fernstudiengängen in „reiner“ Informatik sind eher unüblich. Häufig wird das Studium als „Angewandte Informatik“ bezeichnet. Nachbardisziplinen sind die Wirtschafts- und Medieninformatik. Näheres dazu unter Alternativen. Die wichtigsten Anbieter sind:

Wilhelm Büchner Hochschule
Die Wilhelm Büchner Hochschule bietet das Informatik Studium ohne Einschreibefristen an. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester und ist um 18 Monate verlängerbar.

AKAD Hochschulen
Wer sich für die Technische Informatik interessiert, der ist bei den AKAD Hochschulen gut aufgehoben. Das Informatikstudium wird durch Kenntnisse der Physik, der Elektro- und Messtechnik erweitert. Als Schwerpunkte kann man zwischen Virtual Engineering, Robotik und Embedded Systems wählen.

Internationale Hochschule Bad Honnef – Bonn (IUBH)
Die IUBH lockt ihre potenziellen Studierenden der Wirtschaftsinformatik regelmäßig mit  zusätzlichen Angeboten.  Aktuell erhalten alle neu eingeschriebenen Studenten ein iPad mini Retina.

DIPLOMA Hochschule
Auch bei der Diploma Hochschule ist ein Abschluss im Bereich Wirtschaftsinformatik möglich. Hier kann man im Studium zwischen den Schwerpunkten E-Business-Anwendungen oder Software-Engineering auswählen.

Inhalte

Die Informatik lässt sich in die drei Teilbereiche, theoretische Informatik, praktische Informatik und technische Informatik einteilen. Relevant für die Studieninhalte ist jedoch meistens ausschließlich die praktische Informatik.

Folgende Grundfächer können auf dem Lehrplan stehen:

  • Objektorientierte Programmierung in C#, Visual Basic, VB .NET, C++ oder Java
  • Imperative bzw. algorithmische Programmierung in C, Pascal, FORTRAN etc.
  • Programmiertechniken (u.a. Assembler, Compiler/Interpreter, IDE, Debugger)
  • Analysis, Lineare Algebra, Numerik
  • Mathematische Logik
  • Datenbanksysteme (verschiedene SQL-Varianten)
  • Betriebssysteme
  • Computertechnik, Hardware
  • IT-Sicherheit

TRAVELER DIGITAL CAMERAWeitere Fächer kommen je nach Vertiefungsrichtung hinzu. Diesen können sein:

  • Logik und formale Semantik
  • Berechenbarkeits- und Komplexitätstheorie
  • Echtzeit- und eingebettete Systeme
  • Automatentheorie
  • Hardwaretechnik und Rechnernetzwerke
  • Sensorik und Regelungstechnik / Signalverarbeitung
  • Grundlagen der Elektrotechnik
  • Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft
  • Grundlagen des IT-Rechts
  • Grundlagen des Marketings
  • Grundlagen der Stochastik

Einsatzgebiete

Den Absolventin oder Absolvent eines Informatik-Studiums werden von allen Seiten ausgezeichnete Zukunftschancen prognostiziert. Natürlich hängt dies zu einem großen Teil auch von den eigenen Leistungen, von der Spezialisierung und vom lokalen Umfeld ab.

Dennoch sind derzeit ungefähr 20.000 Stellen unbesetzt (Stand: November 2013). Am meisten gesucht werden, dem Branchenverband Bitkom zufolge, Softwareentwickler. Der Ruf nach an IT-Fachkräften wird deswegen immer lauter, weil mehr und mehr IT-ferne Unternehmen Bedarf melden. Mit der fachlichen Qualifikation durch einen Hochschulabschluss steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt rapide an.

Die Tätigkeitsfelder von Fachinformatikern sind vielfältig. Klassische Einsatzbereiche sind die Softwareentwicklung, Netzwerk-, System- oder Datenbankadministration sowie Projektleitung im Bereich IT. Aber auch in der Telekommunikationsbranche, im Consulting, bei Banken und Finanzdienstleistern oder im Ingenieurswesen sind Informatiker gesuchte Experten.

Alternativen

Als Alternativen zum Informatikstudium kann man die verschiedenen Zweige der Informatik nennen. Wer also kein grundlegendes Studium anstrebt, für den könnten die beiden Nachbarbereiche Wirtschaftsinformatik oder Angewandter Informatik interessant sein. Für kreative Personen ist vielleicht ein Studium der Medieninformatik die richtige Wahl.

Bildnachweis: © pixelio.com/urulaia

Autor bei GooglePlus

VN:F [1.9.22_1171]
Diesen Artikel bewerten
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)