In einem Selbstversuch hat unser Redakteur das Berufe Universum der Bundesagentur für Arbeit getestet. Für Schüler ist es eine tolle Idee, aber Erwachsene finden hier vielleicht ein böses Erwachen.

Das Berufe Universum der Bundesagentur für Arbeit hilft Schülerinnen und Schülern dabei, ihren Traumberuf zu finden. Jedenfalls stellt es eine Vielzahl von Planeten, äh, Berufen vor, die einen interessieren könnten. Kurz den eigenen Namen, Alter, Schulklasse und angestrebten Abschluss eingetragen und los geht die Reise.

„Was interessiert dich ganz besonders?“ heißt es zu Anfang. Material bearbeiten und reparieren? Ja, schon, aber will ich das in meinem Beruf machen? Anbauen und züchten klingt auch interessant, aber auch das wäre nichts, was ich den ganzen Tag machen wollte. Ich sehe schon, man sollte nicht so streng an diese erste Vorauswahl gehen. Also kurz auswählen: Planen und Organisieren, ein wenig Material bearbeiten und EDV – warum nicht. Als Zwischenergebnis gibt es nun eine erste Sternenkarte, auf der die Beruf als Planeten dargestellt sind. Sehr schön. Nur warum befindet sich der Maschinenbauassistent am Rande der Galaxie? Nun gut.

Nächste Etappe: Welche persönlichen Stärken bringe ich mit? Hier soll man seine persönlichen Stärken festlegen. Die Auswahl ist groß. Damit man sich nicht selbst als Überflieger einschätzt, gibt es „Stärkenchecks“. Man bekommt in der Regel 10 Aufgaben und hat 10 Minuten Zeit diese zu lösen. Beispielsweise „Räumliches Denken“: Hier bekommt man einen Ausblick auf eine Ebene mit verschieden positionierten Wänden aus der Perspektive eines imaginären Beobachters und soll daraufhin die Position auf einer Draufsicht markieren. Gar nicht so einfach. Weitere Kategorien sind Textverständnis, Zusammenhänge erkennen etc. Leider kann man Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein nicht in einem Test verpacken. Daher werden hier situationsbezogene oder allgemeine Fragen gestellt, die man ehrlich beantworten soll. Schwer ist es an dieser Stelle, wie generell bei solchen charakterbezogenen Fragen, sich selbst auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen. Wieder ein Zwischenergebnis: Je näher sich ein Planet meinem Raumschiff befindet, desto eher ist der Planet, äh, Beruf etwas für mich. In meiner Nähe befindet sich nun der Planet KFZ-Mechatroniker – aha!

Letzte Etappe: Was bringe ich mit? Jetzt tauchen Fragen auf, wie „Würde es dich stören, viel zu verreisen?“ oder „Kannst du Geheimnisse behalten?“ Wie zuvor sind die Fragen sehr allgemein. Natürlich kann ich ein Geheimnis behalten, aber ich denke doch, es kommt auf das Geheimnis und auf die weiteren Umstände an. Nach diesen knappen Fragen sind wir nun im Landeanflug. Ich sehe den Planeten und er heißt: Technischer Assistent für Bautechnik? Okay, „hier könnte es Landeschwierigkeiten geben“, steht in der Anzeige. In der Tat: In Mathematik war ich nie besonders hell. Aber diesen Beruf hätte ich mir gar nicht vorstellen können. Vielleicht ist es ganz gut, dass es diesen Test früher nicht gab.

Für alle Sternenreisende: Das Berufe-Universum findet man unter www.planet-beruf.de.

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