„Feel good“ – so heißt die neue Zauberformel für gesunde Unternehmen und vor allem gesunde Mitarbeiter! Wir freuen uns sehr einen Gastartikel von der Person veröffentlichen zu dürfen, die dieses Konzept erarbeitet hat: Inga-Britt Meyer-Stüve, systemische Trainerin und Coach für Führungskräfte und Betriebsräte und Mitgründerin von CLEO!coaching.

Neue Idee und neues Konzept: Was „Feel good“ macht

„Allein wenn ich daran denke, wie viel heute hier gelacht wurde und mit welchen Gesichtern die Mitarbeiter aus dem Raum kamen, dann hat sich diese Maßnahme gelohnt!“ So Frau Martina G. (Führungskraft), die „Feel good“ für ihre Mitarbeiter organisiert hatte.

„Feel good“ ist ein neuer, präventiver Ansatz mit einer speziellen Kombination aus systemischer Beratung mit Coaching und setzt genau dort an, wo sich Politik und Arbeitnehmer-
verbände einig sind – und leider viele Arbeitgeber von einer Umsetzung noch weit entfernt: Schutz von Mitarbeitern vor psychischen Belastungen. Und das, obwohl Untersuchungen beweisen, dass jeder Euro, der in das Wohlbefinden von Mitarbeitern investiert wird, mit 3-10 Euro wieder in das Unternehmen zurückfließt.

Learning und Feeling by doing

Im Rahmen von „Feel good“ wurden zum Beispiel in einer Firma mit mehreren kurzen, teamübergreifenden Mini-Workshops in verschiedenen Runden mit einem systemischen Berater aktuelle Themen ins Bewusstsein gerückt und gemeinsam Lösungsansätze ausgetauscht. Durch die Anmoderation, ein gemeinsames Thema und die Art des Ablaufes entstanden lebhafte Diskussionen. Die lockere und ungezwungene Herangehensweise erlebten die Mitarbeiter im Umgang miteinander als etwas Neues und bekamen darüber eine Idee und ein Gefühl, wie es auch in Besprechungen ablaufen kann. Die Reaktionen waren entsprechend: „Wir sollten uns öfter so austauschen, jetzt weiß ich, warum manche Dinge passieren“ – „Interessant, dass es Euch genau so geht“ – „Schön, Euch so kennen zu lernen“.

Volle Aufmerksamkeit wirkt Wunder

Im Anschluss bekamen in diesem Fall mehrere Teilnehmer die Gelegenheit, ein einstündiges, systemisches „Feel good“ Einzel-
coaching mit Beratung zu nutzen. Einige kamen mit Unbehagen in den Raum, weil sie „geschickt“ wurden und sagten „Ich habe gar kein Problem, das ich besprechen kann – alles in Ordnung“ oder „Bleibt das Gespräch unter uns, oder bekommt mein Teamleiter davon etwas mit?“. Die Sorgen waren allerdings schnell behoben, als sie verstanden haben, dass der Arbeitgeber ihnen diese Stunde schenkt, damit sie etwas für sich ganz persönlich daraus ziehen können. Egal ob beruflich-fachlich, kollegial oder als Privatperson.

Es wirkt Wunder, wenn Mitarbeiter spüren, dass eine Person sich ihnen hundert Prozent widmet, sie wahr nimmt, ernst nimmt und unterstützt bei individuellen Ansätzen, damit es ihnen noch besser geht oder sie Sicherheit bekommen im Umgang mit einem Thema oder einer Person. Jeder Mitarbeiter ist aus diesem Gespräch gestärkt herausgegangen.

Ob es war, weil gemeinsam ein anstehendes Kundengespräch vorbereitet oder der eigene Weg in der Firma klarer wurde, eine belastende Situation gemeinsam reflektiert werden konnte, es ganz konkrete Ideen gab, auch mal charmant Aufgaben abzulehnen. Der Effekt: Jeder Einzelne ging mit einem guten Gefühl aus dem Coaching heraus. Gestärkt für ein Thema, das ihn/sie beschäftigt hat. Gestärkt durch das Bewusstsein: „Das bin ich meinem Arbeitgeber wert“. Gestärkt durch das Gefühl: „Es gibt mehr Lösungen als Sackgassen und wir können gemeinsam lachen“.

Gute Wartung vermeidet unnötige Reparaturen

Normalerweise ist es üblich, einen Kommunikationsberater oder -coach erst dann ins Haus zu holen, wenn Situationen festgefahren und/oder Menschen am Rande ihrer Kräfte sind. Das bedeutet Reagieren mit Krisenmanagement, Deeskalation und Schadensbegrenzung. Bei „Feel good“ steht Agieren im Vorder-
grund, damit es, wenn möglich, gar nicht erst so weit kommt. Vergleichbar mit einer Rückenschule für einen gesunden Bewegungsapparat, lernen Mitarbeiter eine Art der Kommunikation untereinander und miteinander, die die psychische Belastungsfähigkeit stärkt und Teams nachweislich erfolgreicher macht.

Die drei Säulen von „Feel good“

Grundsätzlich geht es bei der Stärkung psychischer Belastbarkeit von Mitarbeitern immer um ein Zusammenspiel von gesunder Führung, einem gesunden Miteinander und einem gesunden Selbstwertgefühl jedes Einzelnen.

So ist gesunde Führung eine Haltung und versteht sich als Dienstleister der Mitarbeiter. Sie macht sich zur Aufgabe, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, damit sich die Beschäftigten wohlfühlen, weiterentwickeln, morgens mit Freude zur Arbeit kommen und abends zufrieden nach Hause gehen. Antworten auf diese Fragen wären bestimmt ein Schritt in diese Richtung: „Welche Sicherheit, welchen Schutz brauchen meine Mitarbeiter“, „Wie viel Schutz brauchen sie, um sowohl sicher, als auch mit Spaß und Mut arbeiten zu können“, „Wie könnte ich meine Mitarbeiter ermuntern, sich Freiräume zu erobern und sie auch zu nutzen“. Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, erhöht sich automatisch die Produktivität (u.a. durch dauerhaft geringere Krankheitstage, geringere Fluktuation, geringere Fehlerquote, steigende Kreativität bei Lösungssuchen, höhere Belastbarkeit in Extremsituationen, etc.).

Gesunde Führung geht allerdings nur, wenn es den Führungskräften relativ gut geht und sie auch mit sich selbst und ihrer Gesundheit bzw. ihren Bedürfnissen achtsam umgehen. Nur so können sie Burn-Out vorbeugen und Vorbild für ihre Mitarbeiter sein. In der dritten Säule geht es um den Umgang miteinander im Team: „Wie können Inhalte zielführend und lebhaft diskutiert und entwickelt werden“, „Wie binden wir alle mit ein“, „Wie reden wir über- und miteinander“, „Wie können wir gesund streiten“, „Wie bringen wir immer wieder ein gutes Gefühl in die Gruppe“. „Feel good“ begleitet und unterstützt durch eine maßgeschneiderte Kombination aus Workshops und Coachings so, dass die gesunde Art der Kommunikation langsam, sicher und nachhaltig wachsen kann.

Denn das beste Gegenmittel bei „Ich kann nicht mehr“, sind warme und klare Worte bzw. Handlungen. Diese Art des Umgangs entscheidet darüber, was geht und was nicht.

Übrigens: Wer sich für Prävention mit „Feel good“ interessiert oder den Artikel noch einmal nachlesen möchte, für den haben wir den kompletten Artikel inklusive Zusatzmaterial zum Download zur Verfügung gestellt.

Bildnachweis: ©cleo-coaching.de ©istock/purmar

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