SpanienPraxistipps für das Auslandssemester werden von Studenten stets gern gelesen, aber die Angebotsvielfalt ist so groß wie die Verwirrung darüber. Wann und wie es sinnvoll ist, einige Zeit im Ausland zu studieren und wie Studenten ihr Auslandssemester planen sollten, lässt sich nur bedingt pauschal beantworten, aber bestimmte Fragen und Kriterien müssen alle berücksichtigen. Weil Europa zusammenwächst, ein Auslandsstudium auch im Hinblick auf die Entwicklung interkultureller Kompetenzen Sinn macht, wird das Auslandssemester bei jungen Studierenden immer beliebter. Doch Vorsicht! Nicht immer ist das Timing gut, macht ein Auslandssemester während des Studiums Sinn.

Ist ein Auslandssemester immer sinnvoll?

Das ist keine einfache Frage und hängt von den Umständen des Studiums sowie des Fachganges ab. Ein Auslandssemester zu Beginn oder am Ende des Studienganges macht aber allein schon deswegen keinen Sinn, weil es den meisten Studenten zur Einführungsphase an fachlicher Orientierung und am Ende im Zuge der schriftlichen Bachelor-Arbeit an Zeit fehlt. Die sorgfältige Planung und intelligente Einbindung des Auslandssemesters ist daher umso wichtiger.

Die mittleren Semester eines sechssemestrigen Studienganges kommen daher für ein Auslandssemester besonders in Betracht und sind bei Studenten in der Regel auch dafür favorisiert. Wer aber bereits nach den ersten beiden Semestern das gesamte Arbeitsvolumen des Studiums unterschätzt hat und im dicht gedrängten Termin- und Prüfungsplan seines Bachelorstudienganges in Bezug auf die Leistungsnachweise hinterher hinkt, der sollte von Auslandssemestern absehen. Wichtiger als der Nachweis über einen Auslandsaufenthalt bleibt dann doch die Einhaltung der Regelstudienzeit.

Erasmus-Austauschprogramm oder DAAD

diverstitaetAn jeder Hochschule gibt es Koordinatoren für das EU-Förderprogramm Erasmus, das Hochschulabsolventen in ihrer europaweiten Mobilität unterstützt. Die meisten Hochschulen haben heute Partnerhochschulen im Ausland. Im akademischen Auslandsamt der Hochschule erfahren Studierende, ob und welche Kooperationsmöglichkeiten es im Rahmen eines oder mehrerer Auslandssemester mit europäischen Partnerhochschulen gibt.

Die Koordinatoren beraten Studenten auch darüber, welche Teilleistungen im Rahmen des Auslandsemesters anerkannt werden. Das sogenannte „learning agreement“ gibt allen einen entsprechenden Überblick darüber. Für einen Platz im Programm müssen sich Studierende mit einer Annahmeerklärung und einem Motivationsschreiben bewerben. Ein häufiger Irrtum ist, dass das Erasmus-Programm nichts kostet. Trotz Förderung müssen die Studenten für bestimmte Lebenshaltungskosten selbst aufkommen. Diese Kosten hängen dann natürlich stark vom Gastland ab.

Wer außerhalb Europas ein oder mehrere Semester absolvieren will, informiert sich am besten beim DAAD (Deutsch  Akademischer Austauschdienst). Hier findest du weitere Informationen über Möglichkeiten, die über die Kooperationsmodelle der eigenen Hochschule hinausgehen. Für ein Stipendium von der DAAD müssen jungen Menschen an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein und das 1. Semester bereits hinter sich haben. Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung ist das Auslandsbafög. Hierüber können vollständige Studiengänge im Ausland als auch Teilstudiengänge oder auch Praktika im Ausland finanziert werden. Für wen diese Förderung in Frage kommt, erfährt man auf der recht übersichtlichen Seite (http://www.auslandsbafoeg.de/).

Der Sinn von Auslandssemestern bemisst sich nicht zuletzt nach der Betreuung selbst. Immer wieder berichten deutsche und ausländische Studenten davon, dass die Betreuung vor Ort hinter den Erwartungen zurückblieb. Sprachkenntnisse des Gastlandes sind daher unerlässlich. Und auch mehrmaliges Nachfragen an der Gasthochschule selbst kann Studenten Klarheit über die Umstände des kurzweiligen Studiums im Ausland verschaffen. Es reicht auch später beim Arbeitgeber nicht aus, einfach vorweisen zu können, dass man einige Zeit im Ausland studiert hat. Der Aufenthalt muss schon in gewisser Weise qualifiziert sein.

 

Bildnachweis@istockphoto.com/CEFutcher

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